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  • 13.12.2013, 10:38 Uhr
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  • Münster / Münsterland
BAFF im Jobcenter

Die Eintrittskarte fürs Berufsleben gibt es auch in Teilzeit-Ausbildung

Carolin Ocinski sieht wieder klar für sich und ihre berufliche Zukunft. "Endlich kann ich unabhängig sein, meiner vierjährigen Tochter etwas bieten und ihr einen geordneten Alltag vorleben", sagt die 22 Jahre junge Mutter. Möglich macht das BAFF, die "Berufliche Ausbildung für Frauen in Teilzeit".

Das Jobcenter Münster und dessen Kooperationspartner Geba haben ihr die Perspektive eröffnet. Im April 2014 beginnt sie eine Teilzeit-Ausbildung als Gesundheits- und Krankenpflegerin. Wer sich ebenfalls für die noch wenig bekannte Variante der Ausbildung in Teilzeit interessiert oder generell noch einen Platz für das Ausbildungsjahr 2014 sucht, wendet sich an den Jobcoach im städtischen Jobcenter oder ruft dort unter der Nummer 0251. 60918-800 an.

Carolin Ocinski ist eine von elf allein erziehenden Frauen, die über das Jobcenter den Weg zur Geba und von dort zum BAFF-Projekt gefunden haben. Im Grundsatz ist eine Teilzeit-Ausbildung in allen Berufen möglich. Sie steht Bezieherinnen von Arbeitslosengeld 2 und Frauen ohne Leistungsbezug gleichermaßen offen. Die Geba (Gesellschaft für Berufsförderung und Ausbildung) hilft beim Herausfinden des individuellen Berufswunsches, stellt Kontakte zu Ausbildungsbetrieben her - und berät im Gegenzug auch Betriebe bei der Suche nach geeigneten Auszubildenden.

Geba-Projektleiterin Gabriele Schöpker: "Frauen, die bewusst mit Kind in eine Ausbildung gehen, haben ein klares Ziel vor Augen. Auf sie ist Verlass." Dass es ihnen ernst ist, zeigen sie schon im Vorfeld. Etwa wenn es darum geht, gegebenenfalls mit Beratung durch die Geba, die Kinderbetreuung zu organisieren. Damit alles reibungslos läuft, zieht zum Beispiel Carolin Ocinski mit ihrem Freund zusammen. Eine andere Auszubildende erhält Unterstützung von ihrer Mutter, die dafür den Wohnsitz nach Münster verlegt.

Teilzeit-Variante etabliert

Annette von Bischopink vom Jobcenter ermutigt junge Mütter, die Teilnahme an BAFF ernsthaft zu erwägen. Aus dem Verlauf früherer Projekte weiß sie: "Frauen, die hohe Motivation und den unbedingten Willen, es zu schaffen, mitbringen, die schaffen es tatsächlich." Ausbildungs-Anbieter bestätigen, dass sich die Teilzeit-Variante etabliert hat. "Wir hatten an die hundert Bewerbungen und konnten 25 Plätze für eine Teilzeit-Ausbildung im Gesundheits- und Pflegebereich vergeben", berichtet Gregor Uphoff, der Leiter der Zentralschule für Gesundheitsberufe, wo auch Caroline Ocinski ihre Ausbildung antreten wird.

Für Jobcenter-Leiter Ralf Bierstedt ist das Teilzeit-Ausbildungsmodell noch längst nicht ausgereizt. "Es bietet Bezieherinnen von Arbeitslosengeld 2 die Eintrittskarte zu einem geregelten Berufsleben mit sicherem Lebensunterhalt. In Zeiten des Fachkräftemangels werden Betriebe zunehmend entdecken, dass sie sich damit ein zusätzliches Bewerberinnen-Potenzial erschließen können."

Frauen und Betriebe, die mehr über Teilzeit-Ausbildung erfahren wollen, wenden sich an das Jobcenter oder die Geba. Jeden Donnerstag von 10 bis 12 Uhr können sich Frauen in der Geba, Ludgeriplatz 11-13, Tel. 28 91 68 13, auch persönlich beraten lassen.

(Stadt Münster)


 


 

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