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  • 21.10.2013, 09:25 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Bahnhof Hiltrup

Kein zweiter Aufzug für den „Vandalismus-Schwerpunkt“

Investitionen in Höhe von 2,9 Millionen Euro hat die Bahn für den Bahnhof in münster-Hiltrup bereits eingeplant. Im Rahmen der Modernisierungsoffensive müssen die Bahnsteige höher gelegt werden. Außerdem fehlt ein Aufzug für den Mittelbahnsteig.

Einmal ganz naiv gefragt: Fehlt der Deutschen Bahn die rechte Lust, in den Bahnhof Hiltrup die notwendigen Millionensummen zu investieren? Verdenken könnte es den Verantwortlichen niemand, wenn das tatsächlich stimmen sollte, was Münsters Bahnhofsmanager Uwe Lüers vor der Bezirksvertretung (BV) Hiltrup wortreich schilderte und von ihm selbst in einem einzigen Satz so zusammengefasst wurde: „Hiltrup ist leider einer unserer Vandalismus-Schwerpunkte.“

Die Fakten jedoch sind eindeutig: Die Bahn muss investieren und hat im Rahmen der Modernisierungsoffensive bereits Gelder in ­Höhe von 2,9 Millionen Euro eingeplant. Die Bahnsteige müssen unbedingt höher gelegt werden. „Sie sind einfach zu niedrig“, sagte Lüers. Um 38 Zentimeter müssen angehoben werden, damit ein leichtes Ein- und Aussteigen möglich ist. Zudem fehlt ein Aufzug für den Mittelbahnsteig.

Baumaßnahmen immer wieder verschoben

Vor Jahren hieß es, die Baumaßnahmen sollten 2013 beginnen. Dann rückte der Termin mehr und mehr in die Ferne. Lüers sprach jetzt vor der BV von einem Baubeginn im zweiten Quartal 2015. Das Bauende sei dann nach drei Bauphasen im Jahr 2016 zu erwarten.

Stets, wenn der Bahnhofsmanager auf die Ausstattung der Bahnsteige mit Wartehäuschen oder auch den Aufzug zu sprechen kam, sprach er auch über den drohenden Vandalismus. „Am Bahnhof Hiltrup wird gerne mal etwas zerschlagen.“ Oder: „Bei den Wetterschutzhäusern wählen wir die Sprossen-Variante. Die Scheiben sind dann einfacher, schneller und kostengünstiger zu ersetzen.“

Vergleichbar sei die Situation mit der in Nottuln-Appelhülsen, wo „im Drei-Monatstakt ein Wetterschutzhäuschen zerlegt wird“. Um das Schlimmste bei dem Aufzug zum mittleren Bahnsteig zu verhindern, will die Bahn eine Videoüberwachung installieren. Dann kenne man wenigstens die Übeltäter. Wie landläufig Aufzüge mutwillig außer Betrieb gesetzt werden, ließ er auch durchblicken.

Zweiter Aufzug - aber nicht von der Bahn

Stichwort Aufzug: Hier hakte Hubertus Zdebel (Linke) mit Vehemenz ein. Er schilderte, welchen langen Weg Menschen mit Behinderungen zurücklegen müssen, wenn sie vom Bus in die Bahn umsteigen wollen: Sie müssen vom Bahnhofsvorplatz zurück zur Marktallee, die Unterführung nutzen und von dort aus in den Aufzug einsteigen.

Zdebels Forderung: Am Bahnhof Hiltrup müsse ein zweiter Aufzug her. Die Deutsche Bahn wird ihn nicht bauen, stellte Bahnhofsmanager Lüers klar. Wenn aber jemand dort einen Aufzug bauen wolle, so werde die Bahn das unterstützen und nichts unternehmen, um das zu verhindern. Die Kosten für einen weiteren Aufzug bezifferte Lüers allerdings auf bis zu 600.000 Euro.

(Michael Grottendieck)


 


 

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