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  • 25.07.2014, 09:34 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Bahnhofs-Umbau Münster

Bahnhofswirt Bröker zieht kurz vor dem Auszug Bilanz

Ein schnelles Bier, das Mettbrötchen für die Reise und einen Kaffee zum Mitnehmen – Ende Juli ist damit bei Brökers im Hauptbahnhof bis auf einen letzten Kiosk Schluss.

In Franz-Josef Bröker schlagen darum auch zwei Herzen. Der 69-Jährige freut sich auf seinen Ruhestand. Auf der anderen Seite wäre er gerne nach dem Umbau des Bahnhofs als Gastronom wieder eingezogen. „Aber irgendwann muss Schluss sein“, sagt der Bahnhofswirt.

14 Jahre hat er vergeblich auf den neuen Bahnhof gewartet. Jetzt packt Bröker im Café und im Pub die Koffer. Ende Juli ist Schluss, dann muss er wie die anderen Mieter das Feld geräumt haben. Für das Mobiliar, für Gläser und Geschirr gibt es Interessenten. Der Erlös geht an die ambulante Hospizbewegung. Nur den Laden „Alles Gute für die Reise“ auf der Rückseite und ein Pavillon in der Haupthalle bleiben noch.

Am Donnerstag stieß der Vollblutgastronom noch einmal mit geladenen Gästen an. Er gab ihnen ein Rätsel auf. Es galt, acht Biersorten zu erkennen. „Das schafft niemand“, schmunzelt der 69-Jährige. Dem Gewinner sollte eine Reise nach Rom inklusive Papstbesuch winken.

Als Franz-Josef Bröker sich für den Bahnhof interessierte, gab ihm der eigene Vater eine Audienz. Er habe ihn gefragt, ob er verrückt geworden sei? Aber Bröker war nicht zu bremsen. Gemeinsam mit seinem Bruder, Berthold Bröker, mietete er im Bahnhof mehrere Ladenlokale an. 1988 eröffneten sie den Bierpub und das Café. „Wir waren ein gutes Gespann.“ Das Geschäft lief. „Wir haben wenigstens zehn Millionen Kaffee verkauft.“ Das Geheimnis lag darin, dass wir immer eine Bohne mehr hatten als die anderen“. Die strikte Nichtraucherregelung habe dagegen etwa 100 Tassen Kaffee pro Tag gekostet, bilanziert Bröker. Mindestens fünf Millionen Gläser Bier hätten sie im Pub ausgeschenkt, schätzt der Gastronom und spricht von 1,5 Millionen Liter Bier. Zwei Tonnen Mett seien pro Jahr als Brötchenbelag verarbeitet worden. Trotzdem fällt ihm der Schritt jetzt nicht schwer: „Ich kann sehr gut Abschiednehmen.“ Berthold Bröker hat sich vor fünf Jahren zurückgezogen.

Für die Belegschaft sei gesorgt, freut sich Bröker. Werner Middendorf vom Pub erinnert sich an Gäste wie Ingrid Steeger, Drafi Deutscher, Franz Müntefering und Henning Venske. Viele Klubs kamen, wenn sie auf Tour gingen. Middendorf stellt fest, dass die Zahl der Gäste an Weiberfastnacht in den letzten fünf Jahren zugenommen habe.

(WN)


 


 

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