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  • 05.07.2013, 09:37 Uhr
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  • Münster/Hiltrup
Bahnhofsumfeld Hiltrup

Vorstellung der Planungen mit einigen Überraschungen

Wie sich die Architekten das zukünftige Hiltruper Bahnhofsumfeld vorstellen, darüber wurde am Dienstagabend konkret vorgestellt. Dabei gab es auch einige Überraschungen für die interessierten Zuhörer.

Die Hiltruper, die sich am Dienstagabend die Planungen zum Bahnhofsumfeld erläutern ließen, haben ein neues Wort gelernt: Passenelle. Kaum ein Planer kam ohne diesen, aus dem Französischen entlehnten Begriff aus, der so viel wie Übergang, Steg oder Promenade bedeutet. Gemeint ist damit die fußläufige Verbindung zwischen Marktallee und dem Bahnhof, die künftig in einer Breite von sechs Metern entlang verschiedener Geschäftslokale führt.

Auf diese Fußgängerpassenelle sind die Planer besonders stolz. Sie soll für Belebung sorgen, sie ist ausschließlich für Radfahrer und Fußgänger geöffnet. Sie ist in einer Breite von drei Metern überdacht und soll für Aufenthaltsqualität sorgen, wie Benedict Hessling vom Architekturbüro Nassler aus Essen erläuterte. Zudem sorgt sie für optische Abtrennung des Parkplatzes mit seinen 135 Stellplätzen. Heinz Nolte, Hiltrups ehemaliger Bezirksbürgermeister, regte an, die Passenelle in der ganzen Breite zu überdachen, so dass man trockenes Fußes von der Marktallee zum Bahnhof gelangen könne.

Handfeste Überraschungen

Es gab auch handfeste Überraschungen. Die Planungen für die Buswendeanlage werden nochmals überarbeitet. Wie die Westfälischen Nachrichten in der vergangenen Woche (25.6.) berichtet hatten, müssten sieben der bislang zwölf Linden vor dem Bahnhofsgebäude weichen, da nicht genügend Platz für die Straßenführung wäre. Verkehrsplaner Gerd Witt skizzierte jetzt eine Variante mit einer deutlich schmaleren Buswendeanlage, die den Erhalt der Bäume möglich machen würde.

„Das prüfen wir noch“, sagte er und wollte aber noch keine zu großen Hoffnungen wecken. Das bisherige Kopfsteinpflaster müsse aufgenommen werden, der Bodenbereich müsse wegen der großen Belastungen durch die Busse tief ausgekoffert werden. Da müsse man schauen, ob nicht die Wurzeln der Bäume beschädigt werden.

Eingangs hatte Ulrich Winter vom Stadtplanungsamt die planerischen Ziele erläutert. Städtebaulich solle der künftige Lebensmittelmarkt keineswegs isoliert liegen. Man wolle eine Verbindung mit der Marktallee schaffen und so „für Synergieeffekte sorgen“. Geplant sind neben einem 1.900 Quadratmeter großen Edeka-Lebensmittelmarkt, den die Firma Stroetmann für die Familie Wiewel baut, weitere Fachgeschäfte in einer Gesamtgrößenordnung von 1.000 Quadratmetern. Zudem soll die Verkehrsverknüpfung zwischen Bus und Zug optimiert werden indem die Stadtbusse etwa in Höhe des Stellwerkes halten und abfahren.

Dem Stellplatzmangel will die Stadt mit einer Parkpalette südlich des Bahnhofsgebäudes begegnen. Bislang sind drei versetzte Ebenen geplant mit jeweils 30 Plätzen, so dass in der Summe 90 Stellplätze entstehen. Der Einmündungsbereich Max-Winkelmann-Straße soll ausgeweitet werden, um die erwarteten Verkehrsströme bewältigen zu können.

Das Bahnhofsareal wird ausschließlich über die Max-Winkelmann-Straße erreichbar sein. Der Parkplatz des Edeka-Marktes ist ausschließlich über die Ber­giusstraße erreichbar. Man fährt praktisch am bestehenden Aldi-Markt entlang. Der abfahrende Verkehr hat zwei Möglichkeiten. Wer in Richtung Marktallee, Osttor oder Hülsebrockstraße unterwegs ist, kann die Bergiusstraße nutzen und sich rechts in die Glasuritstraße einordnen.

Wer hingegen in südliche Richtung fahren möchte, muss wiederum die Max-Winkelmann-Straße nutzen. Die Verkehrsplaner rechnen damit, dass das Verkehrsaufkommen in diesem Bereich der Max-Winkelmann-Straße von derzeit 2.500 Fahrzeugen auf 4.500 anwachsen wird. Eine Ampelanlage halten sie gleichwohl nicht für notwendig.

Geduld ist in anderer Hinsicht geplant: Vor dem Herbst 2014, so das Planungsamt, soll die Baumaßnahme nicht beginnen.

(Michael Grottendieck)


 


 

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