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  • 12.03.2015, 08:52 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Bahnhofsumfeld Münster

Windthorststraße als Tor zur Altstadt soll mehr Aufenthaltsqualität bekommen

Eine Passanten-Rennstrecke in Richtung Innenstadt mit wenig Aufenthaltsqualität und Flair. Überall blockieren dauerhaft abgestellte Räder selbst die wenigen Bänke und so manche Ladenfassade. Bemooste Markisen, Werbetafeln von längst verschwundenen Geschäften und am Boden sehr häufig viel Straßenmüll. Die 550 Meter Windthorststraße vom Bahnhof bis zur Ludgeristraße sind weit davon entfernt, ein attraktives Tor zur Altstadt zu sein.

So zumindest die schonungslose Bestandsaufnahme von 200 Anwohnern und Geschäftsleuten der Windthorststraße am Dienstagabend im Rathausfestsaal.

Die Immobilen- und Standortgemeinschaft Bahnhofsviertel (ISG), die Initiative Starke Innenstadt Münster (ISI) und die Stadtverwaltung wollen nun mit den Betroffenen bis zum Herbst ein Konzept zur Zukunft der Windthorststraße entwickeln. Denn wenn das repräsentative Empfangsgebäude vom Hauptbahnhof fertig ist, soll sich auch die gegenüberliegende Magistrale zu einer Flaniermeile mit attraktivem Einzelhandel und hoher Wohnqualität wandeln.

„Riesiges Entwicklungspotenzial“

„Man muss da mal ein bisschen aufräumen, diese Straße hat ein riesiges Entwicklungspotenzial“, glaubt zumindest Stadtdirektor Hartwig Schultheiß. Bis zu 2000 Menschen sind pro Stunde auf der Windthorststraße unterwegs, die Ladenbetreiber spüren davon aktuell wenig. „Zwar eine hohe Frequenz, aber gebummelt wird hier nicht“, meint Apothekerin Dr. Maria Coesfeld. „Wir leben von den Stammkunden, nicht von den Passanten“, sagt Optiker Christoph Austermann. „Die Radrostlauben müssen entfernt werden, die Straßenreinigung dürfte ruhig häufiger kommen, und wenn wir mehr Außengastronomie dort hätten, wäre auch die Verweildauer höher“, so die Anwohner. Auch ein Supermarkt im Bahnhof würde Sinn machen, glauben einige.

„Wenn sich nicht bald was tut, gibt es schnell erste Leerstände“, befürchten andere. Im Rathausfestsaal sind Pinnwände aufgestellt, viele heften kleine Zettel an die Straßenkarte. „Mehr Sicherheit, weniger Lärm nach Mitternacht, bessere Grüngestaltung“, steht beispielsweise drauf.

Informationsveranstaltung 

Die Informationsveranstaltung ist als erster Schritt für den gemeinsamen Planungsprozess „Zukunft der Windthorststraße“ gedacht. Am 17. April und 8. Mai wird es zwei Workshops für alle Interessierten geben, über eine Homepage können zusätzliche Gedanken formuliert und Anregungen mitgeteilt werden.

„Jeder kann sich mit einigen Klicks aktiv einmischen“, so ISG-Chef Gebhard von und zur Mühlen. Die Ideen sind Grundlage für einen Wettbewerb von drei Planungsteams, die bis zum Herbst Ergebnisse präsentieren sollen. Eine Fachjury wählt dann die besten Vorschläge aus, die Bausteine für zukünftige Entwicklungen sein könnten. Für diese Auftaktphase im städtebaulichen Erneuerungsprozess stehen 100.000 Euro zur Verfügung, im Mittelpunkt sollen in allen Planungsschritten die Bedürfnisse der Anlieger und Nutzer stehen.

Geld in die Hand nehmen

Bei der Umsetzung müssen die Hauseigentümer und Ladenbesitzer mitspielen und Geld in die Hand nehmen, ein Ziel wird aber schon zum Start der Initiative „Unsere Windthorststraße soll schöner werden“ formuliert.

„Man soll künftig schon am Tor zur Altstadt die Lebensqualität Münsters in vollen Zügen erleben und spüren können“, hofft ISI-Sprecher Jürgen Becker. Dafür gibt es viel Beifall.

(Helmut P. Etzkorn)


 


 

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