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  • 29.07.2013, 09:08 Uhr
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  • Münster
Baumarkt-Turbulenzen

Nach Praktiker folgt die Insolvenz für Max Bahr

Anfang des Jahres ist die Hoffnung noch groß: Der ehemalige Praktiker-Markt an der Theodor-Scheiwe-Straße öffnet nach vierwöchiger Umbaupause unter dem neuen Namen Max Bahr wieder.

Zeitgleich wirbt die Baumarktkette, die zum Flaggschiff des damals schon angeschlagenen Praktiker-Konzerns werden sollte, auf Plakaten öffentlichkeitswirksam mit einem Bild des münsterischen Schlosses und dem Slogan „Münster wird gelb“.

Gut ein halbes Jahr später sehen die Mitarbeiter der Baumarktkette jedoch eher schwarz. Denn dem Unternehmen, das in Münster auch noch eine Filiale am Daimlerweg in Mecklenbeck betreibt, steht das Wasser in finanzieller Hinsicht bis zum Hals. Angesichts dessen mutet es fast ein wenig kurios an, dass die Baumarktkette allen Flutopfern noch bis Ende Juli einen Hochwasser-Rabatt von 30 Prozent gewährt. Denn die eigene Pleite droht, im schlimmsten Fall sogar die Zerschlagung des gesamten Konzerns.

Am Donnerstagabend erfahren die Mitarbeiter laut Konzernsprecher Harald Günter per E-Mail und im Intranet, wie schlimm es um die Max-Bahr-Kette steckt. Reden dürfen die Beschäftigten darüber am Tag danach nicht mit der Presse. Alle Anfragen werden zentral vom Mutterkonzern in Hamburg beantwortet; keine Seltenheit in solchen Fällen. Schließlich will man in dieser angespannten Situation zusätzliche Irritationen vermeiden.

Unter den Mitarbeitern herrscht verständlicherweise gedrückte Stimmung. Das weiß auch Verdi-Gewerkschaftssekretärin Gaby Beuing. Sie sucht am Morgen Kontakt zu den Betriebsräten in den münsterischen Filialen. „Die Beschäftigten sind enttäuscht, deren Ängste berechtigt“, berichtet Beuing nach ersten Gesprächen.

An der Theodor-Scheiwe-Straße arbeiten nach Auskunft von Praktiker-Pressesprecher Günter 70 Mitarbeiter, am Daimlerweg sind es rund 40 Beschäftigte. Die öffnen am Freitagmorgen wie gewohnt ihre Filialen. Auch wenn zu dieser Zeit längst noch nicht jeder Kunde vom traurigen Schicksal von Max Bahr gehört hat.

In den nächsten Wochen wird sich voraussichtlich die Zukunft von Max Bahr entscheiden. Bis dahin wolle man versuchen, das Geschäft zu stabilisieren, sagt der Unternehmenssprecher.

(Redaktion)


 


 

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