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  • 08.05.2015, 09:17 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Bausparkassen

Auch Schwäbisch Hall setzt Altkunden vor die Tür

Nach LBS West, Wüstenrot und BHW setzt nun auch Schwäbisch Hall Kunden mit teuren Altverträgen vor die Tür. Die Bausparkasse der Volks- und Raiffeisenbanken werde Verträge, die zehn Jahre und länger zuteilungsreif seien und deren Bauspardarlehen nicht abgerufen worden sei, zum Jahresende kündigen, erklärte ein Sprecher.

Die Kunden sollen darüber in den kommenden Wochen schriftlich informiert werden. Nach Informationen der „Stuttgarter Zeitung“ sind von der Aufräumaktion 50 000 Verträge betroffen.

Die Bausparkassen leiden unter der anhaltenden Nie­drigzinsphase und verweisen darauf, dass hochverzinste Altverträge zulasten junger Bausparer gehen. Schwäbisch Hall, nach eigenen Angaben Deutschlands größte Bausparkasse, hat angesichts sinkender Gewinne zudem ein Sparprogramm aufgelegt, das die Kosten jährlich um 50 bis 80 Millionen drücken soll.

Nach Ansicht von Fachleuten bewegen sich die Institute mit der Kündigung allerdings auf dünnem Eis. Zwar hatte das Landgericht Mainz das Vorgehen im vergangenen Jahr erlaubt, da „Zweck des Bausparens nicht die zinsgünstige Geldanlage, sondern die Erlangung eines Bauspardarlehens“ sei – ein abschließendes Urteil des Bundesgerichtshofs steht allerdings noch aus. Verbraucherschützer raten deshalb, der Kündigung zu widersprechen und die Verträge durch die Verbraucherzen­tralen prüfen zu lassen.

(Andreas Fier, WN)


 


 

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