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  • 10.09.2012, 09:36 Uhr
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  • Münster
Baustellen und Parkplatznot

Viertel erleidet Kollaps

Betriebe und Anwohner im Ostviertel ärgern sich über fehlende Parkplätze und unübersichtlich ausgeschilderte Umleitungen. Der Grund dafür sind verschiedene Baustellen.

Ein ganzes Viertel leidet. Anwohner vermissen Parkplätze, Betriebe beklagen, dass Kunden stark verärgert seien. Erst war es nur eine Baustelle, die sich an der Zumsandestraße ausgebreitet hat, inzwischen sind neben der LWL-Baumaßnahme für eine Tagesklinik und einem zusätzlichen Kanalausbau auf dem Sauerländer Weg noch weitere Baustellen hinzugekommen: Umbauten an Privathäusern. Um diese Maßnahmen abzulehnen, sagt die Stadt, müsste es schon gewichtige Gründe geben.

Für Anwohner und Gewerbebetriebe im Ostviertel zwischen der Wolbecker Straße und der Warendorfer Straße läuft das Fass über. Anlieger sagen, dass inzwischen rund 50 Parkplätze in der Anwohnerparkzone nur noch begrenzt zu nutzen seien.

Mit dem Abriss eines alten Gebäudes an der Ecke Zumsandestraße / Warendorfer Straße begann das Drama. Lkw um Lkw rollte. Auch samstags. Dafür wurde die Einbahnstraßenregelung der Zumsandestraße auf 20 Meter aufgehoben, mindestens zehn Parkplätze stehen dort tagsüber nicht mehr zur Verfügung. Der Parkstreifen ist für die LWL-Baustelle reserviert. Normalerweise dürfen Anwohner dort parken, die ihre Gebühr für die K-Zone bezahlt haben. Ganz abgesehen davon, dass die Verkehrsführung teilweise auch Einsatzfahrzeuge der DRK-Rettungswache behindert.

Jetzt bewegt sich also zusätzlich zum LWL-Neubau noch eine Kanalbaumaßnahme durch den Sauerländer Weg. „Eine längere Maßnahme“, sagt Udo Seegers von der Straßenverkehrsbehörde der Stadt. Zwischenzeitlich wurden zusätzlich drei Baustellen an Privathäusern eingerichtet, die „wir nicht koordinieren können“, sagt Seegers. „Ersatzparkplätze haben wir nicht“, betont er.

Auch für die riesige LWL-Baustelle gebe es keine Ausweichmöglichkeiten. Eine Anlieferung mit Material von der Warendorfer Straße aus sei aufgrund des Gehweges und der Bäume nicht möglich. Würden die Zumsandestraße nicht als Baustellenzufahrt genutzt, so Seegers, dann würde sich der Baustellenverkehr durchs Viertel wälzen.

Udo Seegers spricht von unglücklichen Zufällen, die derzeit das Viertel belasteten. Bis zum 28. September, so Seegers, soll jedoch die Kanalbaustelle wieder verschwunden sein, dann erhofft sich der Fachmann eine spürbare Entspannung.

Die verschärfte Parksituation kritisiert auch Ingo Luchtfeld am Sauerländer Weg. „Verwirrt und genervt kommen die Kunden bei uns an“, sagt der Friseur. Er beobachtet außerdem viele Lieferfahrzeuge, die durch die Straßen kreuzten.

Auch das Kreativhaus an der Diepenbrockstraße wartet auf ein Ende des Chaos. Wenn die Theaterbühne startet, sagt Gertrud Achtelik, dann kreisten die Besucher wie verrückt durchs Viertel. Das Kreativhaus rät seinen Gästen, auf das Parkhaus Bremer Platz auszuweichen. Achtelik kritisiert zudem die mangelhafte Ausschilderung der Umleitung, die vor allem auswärtige Besucher verunsichere.

Die Anregung eines Anliegers, einen Parkplatz des LWL hinter dem Neubau der Tagesklinik nachts für Anwohner zu öffnen, „steht der LWL aufgeschlossen gegenüber“, sagt Bodo Strototte vom Bau- und Liegenschaftsbetrieb des LWL. Der Vorschlag werde geprüft. Ende 2013 soll das neue LWL-Wohn- und Geschäftshaus an der Zumsandestraße fertiggestellt sein.

(Redaktion)


 


 

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