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  • 02.02.2015, 15:05 Uhr
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  • Münster
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Bedenken

Verdrängt Zeitarbeit Stammpersonal?

Etwa 2,5 Prozent aller Erwerbstätigen sind in Deutschland als Sozialversicherungspflichtige Zeitarbeitnehmer beschäftigt. Die Zahl der Zeitarbeitnehmer liegt demnach bei ca. 850.000 - 900.000, könnte jedoch noch viel größer ausfallen.

Mehr als 50.000 (häufig unbefristete) Arbeitsstellen sind derzeit in der Zeitarbeit vakant und trotz intensiver Suche aufgrund des Fachkräftemangels und der Vollbeschäftigung auch hier nicht besetzbar.

Zeitarbeit unterliegt vollständig dem allgemeinen deutschen Arbeitsrecht, zudem gilt das AÜG (Arbeitnehmerüberlassungsgesetz).

Die wichtigsten Gründe für den Einsatz von Zeitarbeitnehmern sind nicht die Kosten, sondern die erhöhte personalpolitische Flexibilität, die Verfügbarkeit der Arbeitskräfte sowie die Erprobung der Mitarbeiter vor einer Übernahme. Zeitarbeit lebt mit vielen unbegründeten Vorurteilen. Eines davon ist: Zeitarbeit verdrängt Arbeitsplätze. Allein rechnerisch ist das ausgeschlossen. Wie sollen 2,5 % Erwerbstätige insgesamt 97,5 % verdrängen?

Gesetzlich verhindert die sogenannte Drehtürklausel (AÜG), dass Personal entlassen und im Anschluss oder kurze Zeit später (kürzer als 6 Monate) als Zeitarbeitskraft zu schlechteren Arbeitsbedingungen wieder im ehemaligen Betrieb anfängt. Es ist zudem bewiesen, dass es deutlich mehr Unternehmen gibt, bei denen der Einsatz von Zeitarbeit gleichzeitig mit einem Zuwachs der Stammbelegschaft einhergeht.

Aber was ist mit dem Vorurteil, Zeitarbeitnehmer seien nur gering qualifizierte Arbeitnehmer?

Zeitarbeit ist ein Querschnitt durch den gesamten Arbeitsmarkt, so sind hier auch hochqualifizierte Fachkräfte wie Ingenieure, Informatiker, Ärzte oder Controller zu finden.Die meisten Zeitarbeitnehmer mit ca. 64% sind im Bereich des Fachpersonals mit einer abgeschlossenen Berufsausbildung (häufig mit zusätzlichen Weiterbildungen) anzutreffen.

Etwa 25% der Beschäftigten in der Zeitarbeit haben tatsächlich keine Berufsausbildung und werden meistens in Produktion und Lager u.a. als Staplerfahrer eingesetzt. Daneben sind circa 4% als Meister und weitere 7% als Akademiker in der Zeitarbeit tätig.

Etwa 14 % der Zeitarbeitnehmer werden vom Kundenunternehmen übernommen. Über 76 % der Übernommenen wäre ohne den vorherigen Einsatz als Zeitarbeitnehmer keine Festanstellung angeboten worden.

Und wie steht es mit dem Vorurteil: Zeitarbeit schadet der deutschen Wirtschaft?

Jeder siebte Euro des Aufschwungs im Jahr 2010 wurde von dieser kleinen Erwerbstätigengruppe (damals 2,1% aller Erwerbstätigen) erwirtschaftet, das machte insgesamt 15 % des Wirtschaftswachstums aus. Das hat sonst keine Branche geschafft.

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Dies ist dem geschuldet, dass meistens sehr erfolgreiche und zukunftsorientierte Unternehmen Zeitarbeitnehmer beschäftigen, Mithilfe des flexiblen Personaleinsatzes wachsen und den Aufschwung fördern.

Zeitarbeit hat eine sehr hohe wirtschaftliche Bedeutung und Verantwortung in Deutschland. So hat die Zeitarbeit geholfen, die Wirtschafts- und Finanzkrise ohne Massenentlassungen zu beenden und hat den Unternehmen die für den nachfolgenden Aufschwung benötigten Personalressourcen schnell bereitgestellt.

(Armacell Personal Services)


 

 

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