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  • 10.09.2012, 09:07 Uhr
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  • Münster
Beleuchtungsindustrie

Rohstoffe lassen ein Licht aufgehen

Die internationale REEC-Konferenz beschäftigt sich mit innovativen Technologien und dem Einsatz „Seltener Erden“ in Wissenschaft und Industrie.

Hightech benötigt Seltene Erden – ohne die würde kein Flachbildschirm funktionieren, kein Mobilfunktelefon starten und auch kein Elektroauto fahren. Selbst Windräder sind mit den Rohstoffen ausgestattet. Seltene Erden sind 17 Chemische Elemente, darunter unter anderem Scandium (Sc), Lanthanum (La) und Cerium (Ce). Seltene Erden standen jetzt im Mittelpunkt einer Tagung, die das Netzwerk Oberflächentechnologien NRW gemeinsam mit der Technologieförderung Münster GmbH ausgerichtet hat.

Der Tagungsname war sperrig: REEC-Conference. Doch die Chemie zwischen den 125 Tagungsteilnehmern aus Wissenschaft und Industrie schien zu stimmen. Geht es nach den Rückmeldungen der Gäste, sagte der Geschäftsführer des Netzwerkes Oberflächentechnologien in Münster, Martin Gründkemeyer, dann wird es zu einer Neuauflage kommen.

Spannend bleibt die Thematik. Denn Chinas aggressive Preispolitik hat die Förderung von Seltene Erden in Ländern wie in Amerika, in Kanada oder auch in Australien verknappt bzw. komplett zerschlagen. Dabei sei die Verfügbarkeit und Preisentwicklung für viele Hochtechnologieunternehmen in Europa zum kritischen Faktor geworden, betonte der Geschäftsleiter der Technologieförderung Münster, Matthias Günnewig, zur Eröffnung der Veranstaltung.

China habe heute eine Monopolstellung eingenommen. Mit der zunehmenden Bedeutung der Seltene Erden zieht das Land die Preise an, so Gründkemeyer. Dieses Phänomen will sich der Rest der Welt nicht bieten lassen. Darum, sagte der Netzwerk-Chef, der selbst Chemiker ist, sei das Knüpfen neuer Netzwerke für Wissenschaftler und Unternehmen auch so spannend. Darum sei auch die Tagung so gut besucht worden. Vergleichbare Veranstaltungen gibt es europaweit nicht.

Dabei zählen die Rohstoffe Seltene Erden „mittlerweile zu den begehrtesten unserer Zeit“, betonte Günnewig. In den Hightech-Branchen müsste sonst auf manche Innovation verzichtet werden, so der Technologieförderer. Seltene Erden gelten aufgrund ihrer knappen Verfügbarkeit ohnehin als das Öl der Zukunft.

Die Tagung in Münster interessierte sich vor allem für die optischen und magnetischen Eigenschaften der Chemischen Elemente, mit denen sich neben der Industrie auch Wissenschaftler der Universität und der Fachhochschule auseinandersetzen. Prof. Dr. Thomas Jüstel war begeistert: „Science meets Business“.

Viele Ideen sind darüber hinaus für den Einsatz der Chemischen Elemente vorhanden. Zur Stromversorgung von tragbaren, elektronischen Geräten finden sich Seltene Erden beispielsweise in Nickel-Hybridbatterien. Auch LED-Licht steht mit den Rohstoffen in Verbindung, darüber berichtete Kathryn Conway von den Vereinten Nationen. Der Schwede Magnus Leijd eröffnete die Möglichkeit, dass in Skandinavien neue Mienen zur Förderung der Rohstoffe eröffnet werden. Wie es aber weitergeht mit der Förderung von Seltenen Erden, das, so erfuhren die Tagungsteilnehmer im Planetarium, steht in den Sternen.

(Redaktion)


 


 

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