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  • 20.06.2013, 13:55 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Beratung

LWL macht Beratungshaus für die Bildung von jungen Menschen mit Behinderung zur Dauereinrichtung

Nach einjähriger Probephase macht der Landschaftsverband Westfalen-Lippe (LWL) sein Beratungshaus Inklusion zu einer Dauereinrichtung.

Außerdem will der LWL das Angebot, das sich vor allem an Eltern von Kindern mit Behinderung und an allgemeinbildende Schulen richtet, auf andere Regionen Westfalen-Lippes ausweiten. Das hat der LWL-Schulausschuss am 18.07. in Werl beschlossen.

Wer als Mutter oder Vater eines behinderten Kindes, als Erzieher oder Lehrkraft Orientierung und Unterstützung in Sachen sonderpädagogische Förderung und Inklusion sucht, hat dafür im Münsterland seit einem Jahr eine neue Anlaufstelle am Bröderichweg 33 im münsterischen Förderschulzentrum des LWL. "Die Pilotphase hat gezeigt, dass es einen großen Bedarf an Beratung gibt. Fast 100 Ratsuchende haben sich bislang an unsere Inklusionsexperten gewandt. Deshalb wollen wir das Angebot auf weitere Regionen in Westfalen ausdehnen. Wir werden mit den Bezirksregierungen Münster, Arnsberg und Detmold klären, ob das möglich ist", sagt LWL-Jugenddezernent Hans Meyer. "Das Angebot erspart Interessierten weite Wege und bietet bei komplexer werdenden Behinderungsbildern Beratung unter einem Dach. Eine Schule für alle zu entwickeln - das ist eine große Herausforderung für alle Beteiligten und kann nur in enger Zusammenarbeit gelingen", so Meyer weiter.

Dafür stehen in Münster nach vorheriger Terminvereinbarung bis zu zehn sonderpädagogische, ergo- und physiotherapeutische und pflegerische Fachleute bereit, die in Zusammenarbeit zum Beispiel mit Frühförderstellen, Kliniken, Ärzten und Hilfsmittelanbietern qualifiziert und differenziert Hilfestellung geben. Das Beratungshaus versteht sich als Lotse, der vor allem in den Behinderungsbereichen Sehen, Hören und Kommunikation, Sprache, Autismus sowie körperliche und motorische Entwicklung für die Betroffenen möglichst wohnortnahe Bildungsmöglichkeiten und -wege aufzeigt. Den Direktkontakt zur Vereinbarung persönlicher Beratungstermine bekommen Interessierte unter Tel. 0251/2105-400 oder per E-Mail: [email protected].

Hintergrund:
Das Beratungshaus ist ein Gemeinschafts-Pilotprojekt der Bezirksregierung Münster und dem Förderschulträger LWL. Sein Ziel: Für einen gleichberechtigten Zugang gehandicapter junger Menschen zum Bildungssystem vielfältige und bislang verstreute Beratungsangebote an einer Stelle bündeln.

Die Forderung der UN-Konvention über die Rechte von Menschen mit Behinderungen nach gleichberechtigter Teilhabe in allen Lebensbereichen gilt auch für Schulen. Für den Bildungsbereich fordert die UN-Konvention von 2009 das Recht auf Bildung für Menschen mit Behinderungen und den gleichberechtigten, diskriminierungsfreien Zugang zur allgemeinen Schule und zwar wohnortnah im sozialen Umfeld. Die vollständige Auflösung von Förderschulen wird in der Konvention nicht explizit gefordert.

(Redaktion)


 


 

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