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  • 26.03.2013, 14:32 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Berliner Energiegipfel

Energiegenossenschaften fühlen sich weiter benachteiligt

Der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband (RWGV) kommt nach dem Berliner Energiegipfel zum Ergebnis: Die Politik ist gefordert, den Einsatz der Bürgerinnen und Bürger in den Energiegenossenschaften zu unterstützen. Für Investitionen sind verlässliche Perspektiven nötig.

Energiegenossenschaften vor Ort und in der Region sind ein Erfolgsmodell. Sie sind ein Rückgrat der Energiewende und leisten bei der Umsetzung einen unverzichtbaren Beitrag. Denn sie produzieren Energie vor allem da, wo sie gebraucht wird. Deshalb ist die Politik aufgerufen, den Einsatz der Bürgerinnen und Bürger und ihre Investitionen in Erneuerbare Energien in den Energiegenossenschaften weiter zu unterstützen. Mit dieser Forderung reagiert der Rheinisch-Westfälische Genossenschaftsverband (RWGV) auf das Ergebnis des Energiegipfels am Donnerstag (21. März) im Berlin.

Hier hatten sich Kanzlerin Angela Merkel mit ihren zuständigen Ministern, Umweltminister Peter Altmaier und Wirtschaftsminister Dr. Philipp Rösler, und den 16 Ministerpräsidenten der Länder beraten, wie die Verbraucher angesichts der steigenden Strompreise bei der Energiewende entlastet werden könnten. Bei der Suche nach geeigneten Maßnahmen zur Strompreisbremse hatten sich Bund und Länder angenähert und eine Einigung über die Notwendigkeit zur grundlegenden Überarbeitung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes (EEG) erzielt.

„Die Entscheidung, den Strompreis durch eine Neuausrichtung des Erneuerbare-Energien-Gesetzes zu begrenzen, findet unsere Zustimmung. Gleiches gilt für die Tatsache, dass als Ergebnis des Energiegipfels nun endgültig Rechtssicherheit für bestehende Ökoanlagen zugesichert wurde“, erklärte RWGV-Vorstandsvorsitzender Ralf W. Barkey.

„Bei der Förderung von neuen Ökostromanlagen im Rahmen des EEG ist es jedoch bedauerlicherweise noch zu keiner Einigung und konkreten Schritten zwischen Bund und Ländern gekommen“, so Barkey weiter. Dies treffe insbesondere die 99 Energiegenossenschaften unter dem Dach des RWGV. Denn durch eine mögliche Reduzierung der Vergütungen für neue Ökostromanlagen im Rahmen des EEG werde vor allem die Finanzierung lokaler und regionaler erneuerbarer Energieprojekte erschwert.

Verlässliche Perspektiven gefordert

Verlässliche Perspektiven für Investitionen in Erneuerbare Energien müssten geschaffen werden, fordert der RWGV weiter. Erforderlich seien insbesondere eine mit einer dezentralen Energieerzeugung kompatible Netzstruktur, Anreize für den Eigenverbrauch der erzeugten Energie und Instrumente der Anschubfinanzierung von großen Energieprojekten in Bürgerhand. Bürgergetragene Energiegenossenschaften stärkten schließlich im Gegensatz zu nationalen Energieversorgern und -produzenten die regionalen Wertschöpfungskreisläufe, da Bürgerinnen und Bürger gemeinsam in Projekte investieren, die mit lokalen Unternehmen und Banken, Handwerkern und Projektierern realisiert werden und von denen auch die Kommunen durch Steuereinnahmen profitieren.

„Als Interessenvertreter der uns angeschlossenen Energiegenossenschaften in Rheinland und Westfalen werden wir die zukünftigen Ergebnisse der Verhandlungen zwischen Bund und Ländern auf ihre Auswirkungen sorgfältig prüfen, um die Interessen der Bürgerinnen und Bürger in diesem Zusammenhang zu wahren“, so der RWGV-Vorstandsvorsitzende Barkey abschließend.

Über 100.000 Menschen engagieren sich bundesweit bereits in der genossenschaftlichen Energiewirtschaft – von der Energieproduktion über den Netzbetrieb bis hin zur Vermarktung von Energie. Das gesamte Investitionsvolumen belief sich 2012 auf 413,7 Millionen Euro. Energiegenossenschaften produzieren bereits heute mehr Energie, als in den Haushalten ihrer Mitglieder verbraucht wird. Zudem sind sie auch ein wichtiger Wirtschaftsfaktor. Im Verbandsgebiet des RWGVs zwischen Porta Nigra und Porta Westfalica gehörten Ende 2012 rund 14.000 Mitglieder und 158 Beschäftigte den 99 Energiegenossenschaften an. Sie investierten 2012 insgesamt 53,6 Millionen Euro.

(Redaktion)


 


 

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