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  • 11.06.2014, 10:43 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Berufsorientierung

Handwerk hat viele Seiten

Doppelter Abiturjahrgang

Vom doppelten Abiturjahrgang hätten sie in der Handwerkskammer Münster nichts bemerkt. Viele Jugendliche wählten einen anderen Weg, seien ins Ausland gegangen und kehrten jetzt zurück. Manche überlegten noch, was sie jetzt tun könnten. Viele Schüler seien aber getrieben – durch Freunde und Familie – und wechselten ins Studium.

Oft werde aber das Handwerk falsch verkauft und auch verkannt. Knut Heine möchte darum noch mehr für das Image der Handwerksberufe werben und durch individuelle Angebote vor Ort deutlich machen, dass es gerade im Handwerk viele verschiedene Berufe gibt.

Die Kammer geht in Schulen und wirbt. Berufsorientierung werde aber nicht von jeder Schulform unterstützt, bedauert Knut Heine in diesem Zusammenhang. Dass Berufsorientierung nicht unbedingt bei allen Schulen Gehör findet, das sei nicht unbedingt nur typisch für Münster, das gebe es auch anderswo. Dagegen versuchten sie als Kammer anzukommen. Knut Heine macht auch deutlich, dass das Handwerk einsieht, dass Leistungsstärken gefördert werden müssten. Viele Handwerksberufe, wirbt er, seien heute nicht mehr typisch auf Männer oder auf Frauen ausgerichtet – und auch finanziell sehr attraktiv.

Viele Jugendliche bevorzugen den Weg in ein Berufskolleg

Knut Heine berichtet aber auch von einer zunehmenden Gefahr, dass sich Betriebe aus der Ausbildung verabschiedeten, weil Jugendliche trotz der Zusage für eine Ausbildungsstelle nicht erscheinen würden und den Weg in ein Berufskolleg bevorzugten.

Der Fachmann der Handwerkskammer in Münster stellt fest: Betriebe, die heute schon viele Azubis einstellen, stellen noch mehr Lehrlinge ein. Die Arbeitgeber aber, die dagegen schlechte Erfahrungen mit Azubis gemacht haben, werfen die Flinte noch schneller ins Korn.

Und Heine registriert, dass heute schon ein Viertel aller Hochschulzugangsberechtigten von den Berufskollegs komme. „Nicht jeder ist ein Einstein“, sagt der Bildungsfachmann. Jugendlichen rät er, sich über Neigungen und Fähigkeiten sowie über die Bandbreite der Wunschberufe Gedanken zu machen.

(WN)


 


 

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