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  • 29.10.2013, 09:23 Uhr
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  • Münster
Besondere Immobilie

Münsteraner Torhaus am Neutor soll verkauft oder vermietet werden

Große Resonanz auf ein Immobilien-Inserat: Seit dem Wochenende steht das Telefon bei Familie Hild-Hohenstein, Besitzer des Torhauses am Neutor in Münster, nicht mehr still. Unerwartet viele Interessenten möchten das Haus kaufen oder mieten.

Irgendwann am Wochenende ist Nina Hohenstein nicht mehr ans Telefon gegangen. Damit hatte sie nicht gerechnet, dass sich so viele Anrufer für ihr Torhaus am Neutor interessieren könnten, das sich im Besitz von Nina Hohenstein und ihrem Mann, Oliver Hild-Hohenstein, befindet. Von den rund 100 Anrufern aufgrund einer Immobilien-Anzeige in den Westfälischen Nachrichten bezeichnet Nina Hohenstein etwa 25 als ernsthaft interessiert. Name, Adresse und Angebot folgten sofort. Viele meldeten sich, weil sie das Torhaus mieten wollten, sagt Nina Hohenstein. „Aber eigentlich würden wir es auch gerne kaufen“, hieß es immer wieder am Telefon.

Vermieten oder verkaufen?

Das Ehepaar ist sich noch nicht schlüssig, ob es das Wohnhaus demnächst wieder vermieten oder es nun doch verkaufen soll. Letzteres scheint nicht mehr abwegig zu sein, sagt die Miteigentümerin. Eine Million Euro seien ihnen bereits für das unter Denkmalschutz stehende Torhaus geboten worden.

„Das Interesse an der Immobilie war selbst vor fünf Jahren noch nicht so groß“, als Familie Hohenstein das Torhaus neu vermieten wollte. Mehr als zehn Jahre befindet sich das Gebäude neben dem Deutsch-Niederländischen Korps inzwischen im Privatbesitz. Damals kauften Hohensteins das Torhaus vom Bund. „Eigentlich hatten wir vor, selbst in das Torhaus mit Charme einzuziehen“, sagt Nina Hohenstein. Ihnen schwebte damals ein Dachausbau und ein zusätzlicher Wintergarten vor, um Platz für die Familie zu schaffen.

Der Knackpunkt beim Kauf damals sei jedoch ein Mietvertrag mit dem damaligen Bewohner gewesen. Erst nach fünf Jahren sei der Mieter ausgezogen. Inzwischen hatte sich die fünfköpfige Familie Hild-Hohenstein jedoch in einem Wasserschloss in Bad Rothenfelde eingerichtet – mit viel mehr Platz.

100 Quadratmeter mit viel Charme

Dennoch schwärmt Nina Hohenstein von den Räumen im Torhaus mit einer Wohnfläche von rund 100 Quadratmetern, von der alten Holztreppe, von der Feuerstelle und von den alten Original-Holztüren.

Damals hätten die Denkmalschützer es gerne gehabt, wenn die Stadt das Torhaus am Neutor besitzt, sagt Michael Kappel von der städtischen Denkmalbehörde. Rund zwölf Jahre liegt es zurück, dass die Kommune das Torhaus auf der gegenüberliegenden Straßenseite gekauft hat, das heute nach einer umfangreichen Sanierung und Restaurierung am Neutor 2 vom Stadtheimatbund „bewohnt“ wird. Seit dem Jahr 1986 stehen die beiden spiegelbildlich zueinander gebauten Torhäuser am Neutor unter Denkmalschutz. Errichtet wurden die Häuser 1778 nach den Plänen von Schlaun-Nachfolger Wilhelm Ferdinand Lipper.

(Redaktion)


 


 

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