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  • 02.10.2013, 09:58 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Bessere Konjunkturaussichten

Ausbleibende Investitionen und schwacher Export machen noch Sorgen

Europa blickt neidisch auf die Deutschen, die scheinbar unbeirrt durch die Euro-Krise schippern. Doch die Industrie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen warnt vor übertriebener Euphorie. Zwar haben sich die Konjunkturaussichten für das Münsterland und die benachbarte Emscher-Lippe-Region im Spätsommer wieder aufgehellt.

Angetrieben wird der kleine Aufschwung allerdings im Wesentlichen vom privaten Verbrauch, wie die aktuelle IHK-Konjunkturumfrage zeigt, die am Dienstag in Münster vorgestellt wurde.

„Der Export leistet dagegen leider einen geringeren Beitrag“, erklärte IHK-Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing. Für das Stimmungsbild der regionalen Wirtschaft befragt die Kammer regelmäßig 500 Unternehmen mit rund 70.000 Beschäftigten.

Im Vergleich zum Vorjahr rechnet die IHK am Ende mit einem Wachstum von 0,5 Prozent. Sorgen bereiten die ausbleibenden Investitionen, die einen kraftvollen Aufschwung verhindern. IHK-Außenwirtschaftsexperte Prof. Bodo Risch verwies zudem auf das nur mäßige Wachstum im Euroraum und anhaltende Schwierigkeiten in Schwellenländern wie Brasilien, Indien und China. Gerade diese Exportmärkte hatten in den letzten Jahren für Wachstum gesorgt.

Der Herbst-Blues bleibt bei den hiesigen Betrieben dennoch aus. 39 Prozent der Unternehmen bewerten die Geschäftslage mit „gut“, nur elf Prozent schätzen die Situation als „schlecht“ ein. In der verbliebene Hälfte der Unternehmen ist derzeit die Lage „befriedigend“. Nur ein geringer Anteil der Firmen glaubt zudem, dass sich die Stimmung eintrüben wird. Fast 20 Prozent der befragten Unternehmen erwarten in den kommenden Monaten sogar bessere Geschäfte. Zum Jahresbeginn waren nur 15 Prozent der Firmen in der Region optimistisch.

Auffallendes Gefälle innerhalb des IHK-Bezirks

Auffallend ist das Gefälle innerhalb des IHK-Bezirks. Während in Münster 52 Prozent der befragten Unternehmen die Geschäftslage als „gut“ einschätzen und nur 2,7 Prozent die Note „schlecht“ vergeben haben, bewerten fast zwölf Prozent der Firmen im Kreis Warendorf die aktuelle Situation als „schlecht“, nur 28,6 Prozent vergaben die Note „gut“.

Grund ist laut Schulte-Uebbing der schwere Stand des Maschinenbaus, der sich im Raum Warendorf konzen­triert. Weil die Auftragsbücher der Maschinenbauer wieder dicker werden, besteht jedoch berechtige Hoffnung auf Besserung. Der Verband der Maschinen- und Anlagenbauer (VDMA) meldete am Dienstag das erste Auftragsplus seit drei Monaten. Die Stadt Münster profitiert hingegen vom hohen Anteil der Dienstleister und Händler. In den Kreisen Borken und Coesfeld fällt auf, dass die dortigen Unternehmen mit Blick auf die kommenden Monate besonders optimistisch gestimmt sind.

(Andreas Fier)


 


 

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