Weitere Artikel
  • 05.06.2015, 09:43 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
Betriebliche Gesundheitsförderung

Return on Investment von 1:3

Gesundheit und Krankheit entwickeln sich von der Privat- zur Chefsache. Doch noch sieht die Situation in den Betrieben trotz wieder steigender Fehlzeiten anders aus. „Mehr als ein Viertel der kleinen und mittelständischen Betriebe mit 50 bis 150 Beschäftigten gewährleisten nicht einmal eine gesetzlich vorgeschriebene betriebsärztliche Betreuung“, erläutert Christian Ahlers, Regionalleiter der Initiative „Gesunde Arbeit in Münster“.

25 Prozent aller Unternehmen, sagt er, setzen keine Maßnahmen zum Arbeits- und Gesundheitsschutz um. Lediglich ein Drittel aller Unternehmen kennt den Begriff „betriebliches Eingliederungsmanagement“, weitaus weniger die damit verbundene gesetzliche Regelung im § 84 des Neunten Buches des Sozialgesetzbuches (SGB IX). Dieser Präventionsparagraf gilt als Heimat und gesetzlicher Hebel für die Einführung eines betrieblichen Gesundheitsmanagements.

Betriebliches Gesundheitsmanagement „muss vor allem systematisch betrieben und von allen getragen werden“, sagt Ahlers, „ein einzelnes Massageangebot bringt da wenig“. Mit „systematisch“ meint er den Kreislauf von fünf Schritten: Ziele definieren, Ist-Analyse durchführen, Strategie festlegen, Maßnahmen umsetzen und die Ergebnisse bewerten. Nur dann sei das Ganze für alle transparent, wirtschaftlich messbar und dadurch auch langfristig auf sichere Beine gestellt.

Nach einer Studie des Bundesverbandes der deutschen Betriebskrankenkassen liegt der „return on investment“ von Maßnahmen der betrieblichen Gesundheitsförderung bei einem Verhältnis von 1:3. Darin enthalten sind nicht allein die direkt messbaren Ergebnisse, die für viele Unternehmen noch immer im Vordergrund stehen. Doch neben einer höheren Produktivität und niedrigeren Personalkosten ergibt sich auch ein spürbarer Gewinn durch die steigende Attraktivität als Arbeitgeber. Die wiederum führt zu geringeren Kosten für die Gewinnung neuer Mitarbeiter: einerseits durch eine niedrige Mitarbeiterfluktuation, andererseits durch Initiativbewerbungen aufgrund des positiven Images als ein Arbeitgeber, der sich vorbildlich um seine Mitarbeiter kümmert.

Positive Wirkung hat das betriebliche Gesundheitsmanagement deshalb vor allem auf das Betriebsklima und die Mitarbeitermotivation. Und wenn der Teamgeist erwacht, gerät der „innere Schweinehund“ schnell in die Defensive. Der hat bei Einzelkämpfern meistens leichtes Spiel, ihre sportlich ambitionierten Vorsätze zur Gesundheitsvorsorge nach kurzer Hochphase wieder im Sande verlaufen zu lassen. Doch bei einem systematischen Gesundheitsmanagement gibt es im positiven Sinne wohl kein Entkommen. Sport ist „im Verein“ eben doch am schönsten.

(Redaktion)


 


 

Ergebnisse
Mitarbeiterfluktuation
Attraktivität
Arbeitgeber

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Maßnahmen" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: