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  • 05.03.2013, 15:45 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Betriebliche Mobilität

Neue Technologien - Fluch und Segen zugleich

Neue Technologien verändern die betriebliche Mobilität, insbesondere Geschäftsreisen. Ob beim Planen einer Reise, bei der Bezahlung im Hotel oder bei der Abrechnung im Unternehmen: Die Prozesse, die mit einer Geschäftsreise zusammenhängen, werden einfacher.

Zukünftig wird die geschäftliche Reise papierlos abgerechnet, der Reisende checkt mit dem Smartphone im Hotel ein, und damit bezahlt er auch die Übernachtung und alle anderen Reiseleistungen. Darauf weist der Verband Deutsches Reisemanagement hin (VDR).

Für Geschäftsreiseverantwortliche ergeben sich aus den künftigen Entwicklungen einige Herausforderungen. „Neue Technologien wie Reise- Apps sind Fluch und Segen zugleich“, erklärt VDR-Präsident Dirk Gerdom. Weil sie zahlreich verfügbar und schnell installiert sind, kollidieren sie häufig mit den Interessen der Travel Manager oder gar des Unternehmens. „Die Herausforderung für den Geschäftsreiseverantwortlichen besteht darin, die Kontrolle über Buchungswege, Datenströme und Prozesse zu behalten“, so der Verbandspräsident.

Kontaktloses Bezahlen dank NFC

Vor allem so genannte Near Field Technologie – eine Kommunikationstechnologie, mit der man über kurze Strecken Daten über eine drahtlose Nahfunkverbindung versenden kann – verändert Geschäftsreisen sowie deren Planung und Abrechnung. Near Field Communication (NFC) ermöglicht unter anderem kontaktloses Bezahlen: Auf dem Smartphone sind mehrere Kreditkarten gespeichert, die je nach Anlass benutzt werden. „Wir werden nicht mehr mit einer Kreditkarte, also mit einem Stück Plastik im herkömmlichen Sinne, bezahlen. Vielmehr sind die Daten auf einem Smartphone mit NFC-Funktion gespeichert. Für geschäftliche Ausgaben gibt es den Company Account, für private die Daten der eigenen Kreditkarte“, erklärt VDR-Technologie-Experte Christian Rosenbaum. Für den geschäftlich Reisenden bedeutet das vor allem einfachere, schnellere Prozesse. „So wird zum Beispiel langes Warten morgens beim Auschecken im Hotel der Vergangenheit angehören, weil der Reisende einfach sein Smartphone an einen Scanner hält.“

Voraussetzungen sind laut Rosenbaum die Verfügbarkeit der Geräte für alle Reisenden und eine Marktdurchdringung der neuen Technologie. „Aber der Markt wird das schon regeln“, prognostiziert er. Dem schließt sich Vanessa Borkmann an. Sie leitet am Fraunhofer-Institut für Arbeitswirtschaft und Organisation (IAO) das Forschungsprojekt „FutureHotel“. Das Projekt zeigt für Hotelzimmer, Rezeption und Tagungsbereiche neue, zukunftsweisende Lösungen auf und berücksichtigt dabei technologische Innovationen sowie wirtschaftliche, ökologische und gesamtgesellschaftliche Gesichtspunkte.

Check-In ohne Personal als Zukunftsvision

„Die Hotelbuchung wird zukünftig mit semantischer Suche personalisiert, für den Check-In wird kein Personal mehr benötigt, und die Atmosphäre im Hotelzimmer ist in verschiedenen Szenarien abrufbar mit jeweils unterschiedlicher Beleuchtung, Wandfarbe oder Musik“, sagt die Wissenschaftlerin. Intelligente Informationssysteme unterstützen die Kommunikation im Hotel, neue Raumkonzepte bieten dem Gast im Hotel eine erweiterte Arbeitsumgebung. Noch ist es aber nicht soweit, sagt Borkmann: „Unsere Studie zeigt, dass die Hoteliers vor allem in den Bereichen Nachhaltigkeit und Energieeffizienz noch viel investieren werden, vor allem in Bäder, in die Technologisierung der Umgebung und in Gebäudeautomation.“

Zukunft der Reisekostenabrechnung

Auch auf die Reisekostenabrechnung werden neue Technologien Einfluss haben. Die Zeiten des manuellen Reisekosten-Excel-Sheets seien mit signierten elektronischen Rechnungen, dem Einsatz von mobilen Geräten und Informationsbedarf in Echtzeit definitiv vorbei, sagt Simone Roth, Geschäftsführerin der SYS Softwaresysteme GmbH, einem Anbieter von Reisekostensoftware und Prozessunterstützung. „Es wird heutzutage und auch künftig ein hochintegrierter elektronischer Workflow erwartet, der trotz Komplexität beherrschbar und transparent sein muss.“

(Redaktion)


 


 

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