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  • 24.04.2015, 08:59 Uhr
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  • Münster / Kreis Warendorf
Bilanzsumme 8,75 Milliarden Euro

Sparkasse Münsterland Ost stellt Geschäftsbilanz 2014 vor

„Die Sparkasse Münsterland Ost hat sich dank frühzeitiger Weichenstellungen und engagierter Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter auch im vergangenen Jahr in einem zunehmend schwierigen Umfeld behauptet. Das gibt uns eine gute Ausgangsposition für unsere künftige Weiterentwicklung. Evolution hat bei uns immerhin eine fast 200-jährige, bewährte Tradition“, so Sparkassen-Vorstandsvorsitzender Markus Schabel anlässlich der diesjährigen Bilanzpressekonferenz. Damit spannte er den Bogen von guten Geschäftsergebnissen in 2014 zu den Herausforderungen der Zukunft.

Die bis zum attestierten Jahresabschluss noch vorläufigen Zahlen zeigen, dass die Sparkasse im Geschäftsjahr 2014 trotz der Niedrigzinsphase ein gutes Ergebnis erreichen konnte: Die Bilanzsumme stieg in 2014 auf 8,75 Mrd. Euro (Vorjahr: 8,68 Mrd. Euro). Das Kundengeschäftsvolumen lag Ende 2014 bei 15,57 Mrd. Euro (Vorjahr: 15,87 Mrd. Euro). Während das Einlagengeschäft mit Privatkunden anzog, waren die Einlagen von Großkunden leicht rückläufig. Insgesamt weist die Sparkasse einen Einlagenbestand von 6,59 Mrd. Euro (6,86 Mrd. Euro) aus. Das Kreditgeschäft profitierte dagegen von den niedrigen Zinsen: Zum 31.12.2014 waren Kredite in Höhe von 6,27 Mrd. Euro an die Kunden ausgegeben (6,26 Mrd. Euro).

Stabile Ertragslage

Der Blick auf die Ertragslage unterstreicht die gute Konstitution der Sparkasse: Der Zinsüberschuss stieg auf 205,9 Mio. Euro (Vorjahr: 197,7 Mio. Euro). Der Provisionsüberschuss weist mit 48,3 Mio. Euro ebenfalls ein Plus aus (Vorjahr: 47,4 Mio. Euro). Der ordentliche Aufwand lag mit 143,7 Mio. Euro (Vorjahr: 140,2 Mio. Euro) leicht über dem 2013-er-Wert. Grund dafür waren u.a. der Anstieg der Tarifgehälter sowie ungeplante Investitionen aufgrund des Starkregens im Juli 2014. Das Betriebsergebnis vor Bewertung stieg im Berichtsjahr auf 112,5 Mio. Euro bzw. 1,31 Prozent der durchschnittlichen Bilanzsumme (Vorjahr: 107,1 Mio. Euro/1,25 Prozent). Die Cost-Income-Ratio konnte weiter verbessert werden und erreichte im Geschäftsjahr 2014 einen Wert von 55,9 Prozent (Vorjahr: 56,5 Prozent).

Unter dem Strich weist die Sparkasse einen gegenüber dem Vorjahr konstanten Jahresüberschuss von 20 Mio. Euro aus. Dieser wird zu einem Teil an die Träger des Kreditinstituts ausgeschüttet und zu einem anderen Teil für die Stärkung der Eigenkapitalausstattung der Sparkasse verwendet. Über die Ausschüttung entscheidet Mitte Juni die Verbandsversammlung des Sparkassen-Zweckverbandes. Im vergangenen Jahr gingen 6,01 Mio. Euro für gemeinnützige Zwecke an die Städte und Gemeinden.

Wachsende Herausforderungen

Trotz dieser guten Ergebnisse verwies Sparkassen-Chef Markus Schabel auf Themen, die auch die Sparkasse Münsterland Ost in Zukunft immer stärker fordern würden. Dazu zählten nach seinen Ausführungen etwa die andauernde Niedrigzinsphase ebenso wie immer strengere regulatorische Auflagen, Belastungen aus dem Sparkassen-Verbund, der demografische Wandel und die Digitalisierung. „Der Druck auf die Sparkassen insgesamt wächst. Da bilden wir keine Ausnahme. Glücklicherweise sind wir für die Zukunft gut gerüstet. Nicht von ungefähr übererfüllen wir mit einer Eigenkapitalquote von 14,8 Prozent und eine Kernkapitalquote von 14,5 Prozent schon heute die ab 2019 geltenden Eigenkapitalanforderungen aus Basel III. Somit können wir die Weiterentwicklung der Sparkasse aus einer Position der Stärke heraus gestalten“, so Schabel zuversichtlich.

Gestiegene Wertpapiernachfrage

Das Privatkundengeschäft zeichnete sich im vergangenen Jahr vor allem durch einen gestiegenen Wertpapierumsatz aus: Er lag für 2014 bei 1,28 Mrd. Euro (Vorjahr: 982,3 Mio. Euro). „Das ausgesprochen schwierige Geldanlage-Umfeld rückt Wertpapiere wieder vermehrt in den Fokus der Kunden“, beschrieb Roland Klein, stellvertretendes Vorstandsmitglied, die Entwicklung des vergangenen Jahres. So wurden variabel verzinste Anlagen mit einem Mindestzins sowie Fondslösungen durch die Kunden stark nachgefragt. So problematisch niedrige Zinssätze auf der einen Seite sind, so gern genommen waren sie einmal mehr im Kreditgeschäft. Das Kreditvolumen bei den Privatkunden hat sich zum Jahresende noch einmal leicht auf 3,09 Mrd. Euro erhöht (Vorjahr: 3,03 Mrd. Euro). Zum Wachstum beigetragen haben wiederum vor allem die privaten Baufinanzierungen. Klein unterstrich, dass die Sparkasse in der Beratung verstärkt darauf achte, dass Kunden heute keine Entscheidungen treffen, die sie morgen in einem höheren Zinsumfeld einholen. „Erfolg braucht auch hier eine lange Sicht. Darüber reden wir mit unseren Kunden“, so Roland Klein.

Robuster Mittelstand

Der Blick auf die Entwicklung des Mittelstandes zeigt ein weiterhin positives Bild: Die Auftragslage sei stabil, vor allem das Handwerk sei gut ausgelastet, erklärte Vorstandsmitglied Wolfram Gerling. Der höhere Eigenmitteleinsatz sowie einige großvolumige Sondertilgungen haben zu einem leichten Rückgang beim gewerblichen Kreditgeschäft auf 2,8 Mrd. Euro (Vorjahr: 2,9 Mrd. Euro) geführt. Die Begleitung und Finanzierung von Existenzgründungen zog im Jahr 2014 wieder an: „Mit insgesamt 107 Gründungen (Vorjahr: 62) durften wir einen wichtigen Beitrag zur Wirtschaftsförderung leisten, denn jede Gründung bedeutet auch zusätzliche Arbeitsplätze“, unterstrich Gerling.

Zukunft durch Zusammenarbeit

Mit der Gründung der Sparkassen-Dienstleistungstochter „SDZ Westfalen-Lippe“ vor drei Jahren wurde laut Sparkassen-Vorstandsmitglied Peter Scholz eine wichtige Basis in Sachen Kooperationen im Sparkassenwesen geschaffen. „Im vergangenen Jahr konnte das SDZ wieder zwei neue Mandanten gewinnen und ist nun für 60 Kunden aus der Sparkassen-Finanzgruppe tätig“, so Scholz. Mehr als die Hälfte der Kunden nutzen mittlerweile schon mehr als eine Dienstleistung im Bereich der Backoffice-Aufgaben, wie beispielsweise Personal- und Kreditsachbearbeitung. Die Dienstleistungs-Palette wurde 2014 nochmals erweitert: Zusätzlich erstellt das SDZ für andere Sparkassen nun auch Immobiliengutachten und betreut das so genannte Beauftragtenwesen. Somit kann sich etwa ein zentraler Datenschutzbeauftragter um die Belange mehrerer Sparkassen kümmern. „Die Zukunft liegt in der Zusammenarbeit. Denn müssen wirklich über 400 Sparkassen bundesweit jede Aufgabe für sich alleine erledigen, wo es doch Sachbearbeitungsaufgaben gibt, die überall gleich sind? Mit Aufgabenbündelungen werden Kosten reduziert und Kapazitäten für den direkten Kundenkontakt frei“, erläuterte Peter Scholz. Die Sparkasse Münsterland Ost habe auf diesem Wege über 300 Arbeitsplätze in der Region nachhaltig gesichert.

Digital und doch persönlich

Vorstandsmitglied Klaus Richter beschrieb die zunehmende Digitalisierung als wichtigen Zukunftsfaktor. In diesem Bereich habe die Sparkasse Anfang des Jahres ein neues Kapitel aufgeschlagen. „Immer mehr Kunden möchten uns sprichwörtlich per Handy in die Tasche stecken oder bequem zu Hause am Bildschirm mit uns sprechen. Darauf haben wir reagiert und beraten nun in unserer SparkasseDirekt online im Videochat“, so Richter über die Veränderungen. Auch hier gelte, dass die Sparkasse ungeachtet des neuen „Gesprächsraumes“ an bewährten Traditionen, wie etwa der persönlichen Beratung, festhalte. „Und bei Bedarf sind für online-betreute Kunden auch weiterhin ‚analoge‘ Begegnungen mit ihren Beratern möglich“, sagte Klaus Richter. Die Erreichbarkeit der Sparkasse auf vielen unterschiedlichen Wegen sei das Ziel. Da übernehme die Filiale eine ebenso wichtige Funktion wie die Kommunikation über Telefon und Internet. „Wir nennen das Multikanal-Sparkasse“, erklärte Richter das Konzept.

Attraktiver Arbeitgeber

Ein zentraler Erfolgsfaktor blieben bei all dem die 1.500 Mitarbeiterinnen und Mitarbeiter, so Richter weiter. Im Interesse der Kunden gehe es darum, auf einem zunehmend umkämpften Arbeitsmarkt die besten Mitarbeiter zu gewinnen und zu halten. Deshalb beschäftige sich das Unternehmen seit vielen Jahren mit der Frage der Arbeitgeber-Attraktivität. Er verwies in diesem Zusammenhang auf die unlängst veröffentlichten Ergebnisse der Umfrage „Great Place to Work“. Die Zufriedenheitsbefragung unter Mitarbeitern ergab für die Sparkasse in einer Regionalauswertung den ersten Platz im Vergleich „Beste Arbeitgeber im Münsterland“ in der Kategorie „Unternehmen mit mehr als 500 Mitarbeitern“ und zudem eine Platzierung unter den bundesweit 100 besten Unternehmen.

Die erneut gestiegenen Kundenzahlen sieht Richter neben zahlreichen positiven Reaktionen aus diversen Umfragen als ein Indiz für zufriedene Sparkassen-Kunden: Mit über 2.100 neuen Kunden zum Jahresende ist das Kreditinstitut nun bereits für 428.210 Kunden in der Region ein gefragter Partner wenn’s um Geld geht.

(Sparkasse Münsterland Ost)


 


 

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