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  • 07.08.2013, 14:13 Uhr
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  • Kreis Borken
BOMAH 2013

Büroberufe des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung werden neu geordnet

Früher hießen die Ausbildungsberufe Bürokaufmann oder Bürokauffrau, Kaufmann oder Kauffrau für Bürokommunikation oder Fachangestellter bzw. Fachangestellte für Bürokommunikation. Ab dem 1. August 2014 werden sie zusammengefasst zum Kaufmann oder Kauffrau für Büromanagement.

Das Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung folgt damit den Zeichen der Zeit. „Es ist der einzige Ausbildungsberuf im kaufmännischen Bereich, der noch nicht modernisiert wurde. Der Bürokaufmann gehört zu den Top Ten der Ausbildungsberufe", erklärt Reinhard Wehmschulte, Leiter des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung. „Die Anzahl der weiblichen Auszubildenden überwiegt", ergänzt Arndt Bleckwedel, Bildungsgangleiter für die Bürokaufleute.

Die Lehrpläne und Richtlinien für die drei bisherigen Berufe wurden seit 1994 nicht verändert. „Seitdem hat sich viel geändert. In den letzten Jahren haben wir bereits die Lernfeldkonzepte angepasst. Jetzt wird es ganz offiziell", so Wehmschulte. Die Nord LB in Hannover werbe schon für die neue Ausbildung, die in der dreijährigen Ausbildung die Basisausbildung für Industrie, Handel, Handwerk und Öffentlichen Dienst lege, ergänzt der Schulleiter.

Überprüfung der Technikkompetenz

Der breite Einsatzbereich hat das neue Konzept einer gemeinsamen Ausbildung nötig gemacht. In der Basisausbildung wird sehr viel Wert auf Technikkompetenz gelegt. Der Umgang mit Textverarbeitung, Tabellenkalkulation und Recherche am Computer ist heute wichtiger als früher. In der sogenannten gestreckten Prüfung nach 15 Monaten, welche die frühere Zwischenprüfung ablöst, wird diese Technikkompetenz geprüft. Im zweiten Teil der Ausbildung wird die Spezialisierung auf zwei von zehn Wahlqualifikationen möglich. Damit stellt der Auszubildende die Weichen für den späteren Beschäftigungsbereich. Er kann in den Handwerksbetrieb gehen, in große Unternehmen oder in den öffentlichen Dienst. „Die neue Form der Ausbildung zum Kaufmann bzw. Kauffrau für Büromanagement gewährleistet eine hohe Arbeitsmarktverwertung", betont Wehmschulte. "Es gibt eine Vielzahl von Einsatzfeldern", bestätigt Bernd Overkamp. . Er koordiniert die Ausbildung der Bürokaufleute am Berufskolleg Wirtschaft und Verwaltung.

Mit der Vorstellung des neuen Ausbildungsberufes entspricht das Berufskolleg dem Ziel der BOMAH. „Es ist nicht das primäre Ziel der BOMAH, Ausbildung zu vermitteln. Wir bieten vielmehr Berufsorientierung", unterstreicht Wehmschulte.

Johanna Lefert (20 J.) aus Wüllen und Patrick Bockhorn (22 J.) aus Stadtlohn beenden demnächst die Ausbildung zur Bürokauffrau bzw. zum Bürokaufmann. Johanna hat nach dem Realschulabschluss die Höhere Handelsschule besucht. Mit der Ausbildung zur Bürokauffrau begann sie vor drei Jahren. „ Rechnungswesen und Betriebswirtschaftslehre liegen mir am besten. In der Schule habe ich bereits ein Praktikum im Betrieb gemacht. Meine Mutter hat das auch gemacht. Am liebsten möchte ich später als Sekretärin arbeiten. Im ersten Halbjahr habe ich im Sekretariat bei der Caritas Buchführung und Personalwirtschaft kennen gelernt. Das geht schon in die neue Richtung", berichtet sie. Patrick legte das Vollabitur in Stadtlohn ab. „Durch ein Praktikum beim Steuerberater bin ich auf diesen Beruf gekommen. Ich möchte danach in Richtung Buchhaltung auf der Abendschule weitermachen", erläutert er seine schon klaren weiteren Zielvorstellungen.

Berufsorientierungs-Messe BOMAH

Das Damoklesschwert des Fachkräftemangels schwebt schon lange über den Köpfen der Gesellschaft, seitdem das Schlagwort vom demografischen Wandel geboren wurde. Unternehmer machen sich seit Jahren Gedanken, wie sie am besten um neue Auszubildende werben können. „Stellen suchen Bewerber" hat deshalb das Institut der deutschen Wirtschaft Köln als neuen Slogan erfunden. In der Informationsbroschüre beschreibt das Institut die Situation auf dem deutschen Ausbildungsmarkt. Über 30.000 Ausbildungsstellen sind danach momentan unbesetzt geblieben.

Die Berufsorientierungsmesse (BOMAH) versucht seit 17 Jahren, zu informieren und zwischen Unternehmen und künftigen Auszubildenden zu vermitteln. Am 9. Oktober 2013 findet die nächste BOMAH statt auf dem Gelände des Berufskollegs für Technik, des Berufskollegs Lise Meitner und des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung in Ahaus. In der Zeit von 8 bis 16 Uhr werden wie im letzten Jahr über 5000 Gäste erwartet, darunter Schüler, Eltern und andere Interessierte. Über 30 Schulen aus dem Norden des Kreises Borken haben ihren Besuch bereits angekündigt. Zielgruppe sind die 9. und 10.Klassen. Rund 100 Aussteller werden über 130 Berufe vorstellen, die im Westmünsterland von den Unternehmen angeboten werden. Unternehmen, Innungen, Kammern, Universitäten, Fachhochschulen und die Agentur für Arbeit bieten weitere Informationen. Zusätzlich werden die drei Berufskollegs ihre vielfältigen (Weiter-) Bildungsangebote vorstellen. Die Schirmherrschaft hat wieder Landrat Dr. Kai Zwicker übernommen.

Die BOMAH bietet den Schülern Orientierungshilfen bei ihrer Berufswahl. „Viele Schülerinnen und Schüler sind sich nicht bewusst, dass es neben den Klassikern häufig artverwandte Berufe gibt, die oft sogar noch bessere Zukunftsaussichten eröffnen", rät Ulrich Josef Kipp, Leiter des Berufskollegs für Technik. Die Schülerinnen und Schüler sollten sich vorher klarmachen, in welche Richtung ihr Berufswunsch gehen könnte. „Zahlreiche Unternehmen und Institutionen bringen zur BOMAH Auszubildende mit, die aus ihrem Berufsalltag berichten können und wissen, welche Informationen für Jugendliche besonders interessant sind", stellt Reinhard Wehmschulte, Leiter des Berufskollegs Wirtschaft und Verwaltung heraus. Michaele Grote, Leiterin des Berufskollegs Lise Meitner, sieht positive Seiten auch für die Lehrer: „Sie kommen mit den Vertreterinnen und Vertretern aus der Wirtschaft und von den Hochschulen ins Gespräch und erfahren so aus erster Hand, wie sich einzelne Berufsfelder und Branchen aktuell entwickeln." Die BOMAH ist allerdings keine Lehrstellenbörse, sondern eine reine Informations- und Orientierungsbörse. Darin sind sich alle Schulleiter und ihre Kollegen einig.

Der Eintritt zur BOMAH ist frei. Eine Anmeldung ist – mit Ausnahme der Schulen – nicht erforderlich. Weitere Informationen gibt es im Internet unter www.bomah.de.

(Redaktion)


 


 

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