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  • 06.02.2015, 08:22 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Boom-Bremse Fachkräftemangel

Umsatz der Bauindustrie im Münsterland leicht gesunken

In der Bauindus­trie im Münsterland bremst der Mangel an Fachkräften den Boom. „Der Arbeitsmarkt ist leer gefegt“, berichtete Hermann Schulte-Hiltrop, Hauptgeschäftsführer des Baugewerbeverbandes Westfalen, am Donnerstag am Rande eines Bauwirtschaftsforums in Münster.

Auf Basis der Zahlen bis November schätzt der Verband den regionalen Umsatz der Branche für 2014 auf 1,487 Milliarden (minus 2,7 Prozent). Im Vorjahr war der Umsatz noch um 4,4, der Auftragseingang sogar um mehr als 23 Prozent gewachsen.

Auf zwei Wegen versucht die münsterländische Bauindustrie dem Mangel an geeigneten Mitarbeitern zu vermindern. Erstens würden Zuwanderer aus Osteuropa, vor allem Polen, manche Lücke stopfen, so Schulte-Hiltrop. Zweitens wirbt die Branche intensiv um neue Auszubildende.

Viele Lehrstellen könnten derzeit wegen des Mangels an geeigneten Bewerbern nicht besetzt werden, hieß es. „Dabei lohnt sich die Ausbildung in der Bauwirtschaft“, so der Hauptgeschäftsführer. „Bei uns wird richtig gutes Geld verdient.“ Schon im dritten Lehrjahr bekommt ein angehender Maurer nach Verbandsangaben ein Monatssalär von 1.300 .

Über 9.000 Menschen arbeiten zurzeit im Münsterland in den Betrieben der Bauindustrie, in ganz Nordrhein-Westfalen sind es 127.000 – rund 15.000 mehr als im Jahr 2007. Zuvor sei die Mitarbeiterzahl in der Branche während einer elfjährigen Branchenflaute um mehr als die Hälfte geschrumpft, blickte Schulte-Hiltrop zurück.

Deutliche Belebung der Bautätigkeit, steigender Fachkräftemangel

Neben der allgemein guten Konjunktur habe der Starkregen in Münster und Greven Ende Juli die Bautätigkeit in der Region im vergangenen Jahr deutlich belebt, erklärte der Hauptgeschäftsführer. Dadurch habe der Fachkräfte-Bedarf noch einmal kräftig zugenommen.

Insgesamt habe die Bauindustrie in der Region seit 2010 „kontinuierlich in kleinen Schritten“ zugelegt – vor allem getragen vom privaten Wohnungsbau, so der Verband. Um die starke Nachfrage nach hochwertigem Wohnraum in den Innenstädten zu befriedigen, regte Schulte-Hiltrop eine staatliche Abrissprämie für alte, nicht sanierungsfähige Gebäude an. Gefragt seien bei Mietern wie Investoren city-nahe Wohnungen, die modernen energetischen Anforderungen genügten und barrierefrei seien. „In Neubauten ist das am besten zu realisieren“, sagte Schulte-Hiltrop. Doch die hohen Kosten für die Entsorgung von abgerissenen Häusern verhinderten zurzeit manches Neubau-Projekt.

(Jürgen Stilling, WN)


 


 

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