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  • 07.11.2014, 08:34 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Branchenkonjunktur

Handwerker im Münsterland in Rekordlaune

Von Krise keine Spur, selbst eine leichte Eintrübung ist nicht auszumachen: Im Handwerk des Münsterlands und der Emscher-Lippe-Region läuft der Konjunkturmotor so rund wie seit 24 Jahren nicht mehr. Das berichtete am Donnerstag der Präsident der Handwerkskammer Münster, Hans Rath, nach Auswertung der jüngsten Konjunkturumfrage.

Vom aktuellen Schwächeanfall der deutschen Gesamtwirtschaft bleibt die Branche bislang verschont. „Noch ist das Handwerk davon nicht betroffen“, betonte Rath. Der Grund ist offensichtlich: Die Dienste der Handwerker sind nicht von den aktuellen Turbulenzen am Weltmarkt, sondern vor allem vom heimischen Konsum abhängig. Und die Binnennachfrage boomt nach wie vor. Die gute Stimmung zieht sich durch alle Handwerkssparten. „Über alle Berufe hinweg bezeichnen 90 Prozent der Unternehmen ihre aktuelle Geschäftslage als ,gut oder ,befriedigend“, bilanzierte der Kammerpräsident.

Auch für die nahe Zukunft sind die Betriebe zuversichtlich gestimmt: 68 Prozent der Betriebsinhaber erwarten, dass die derzeitige Geschäftslage mindestens auch im Winter-Halbjahr gehalten werden kann, 23 Prozent rechnen sogar mit weiterem Aufwind. Der Beschäftigungssaldo bleibt im Handwerk der Region weiter positiv. „22 Prozent der Unternehmen haben zusätzliche Arbeitskräfte eingestellt, nur 14 Prozent mussten Mitarbeiter entlassen“, so Rath.

Starker Aufwind im privaten Wohnungsbau

Der starke Aufwind im privaten Wohnungsbau hat dem Bau- und Ausbaugewebe zuletzt gute Geschäfte beschert. Im Nahrungsmittel-, aber auch im Gesundheitshandwerk geben jeweils über 90 Prozent der Betriebe ihren Geschäften eine mindestens befriedigende Note. Aufgehellt hat sich auch die Stimmung im Kraftfahrzeuggewerbe, wo immerhin schon 27 Prozent eine gute Bewertung abgeben, nachdem dieser Wert im Vorjahr noch mit fünf Prozent einen Tiefpunkt erreicht hatte.

Scharfe Kritik übte Rath an der Bundesregierung: „Sozialpolitische Wohltaten wie die Rente mit 63 und der flächendeckende Mindestlohn können den Wachstumsmotor zum Stottern bringen.“

Im Münsterland hat das Handwerk eine weitaus größere Bedeutung als in den meisten anderen Regionen der Republik. Hermann Eiling, Hauptgeschäftsführer der Kammer, belegte diese Besonderheit mit statistischen Daten: Während bundesweit auf jeweils 1000 Einwohner 66 und in Nordrhein-Westfalen nur 64 Handwerker kämen, liege dieser Wert im Münsterland bei üppigen 85, sagte Eiling. Auch die Ausbildungsbereitschaft der Unternehmen ist in der Region hoch. 24 Prozent der Betriebe bilden im Münsterland aus, deutschlandweit sind es lediglich 16 Prozent. „Das Handwerk liefert also einen starken Beitrag zum wirtschaftlichen Wohlstand der Region – darauf sind wir stolz“, so Eiling.

(Jürgen Stilling, WN)


 


 

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