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  • 08.10.2013, 09:38 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Brandserie in Münster

Busfahrer löscht Transporter-Brand

Die Serie der Pkw-Brände in Münster geht weiter: In der Nacht zum Samstag wurde an der Feldstiege in Nienberge ein Firmen-Transporter in Brand gesetzt. Nur durch das schnelle und beherzte Eingreifen eines Busfahrers wurde verhindert, dass der Wagen komplett ausbrannte.

Gerade hat der letzte Fahrgast den Nachtbus N85 verlassen. Fahrer Peter Renzelmann, der für das Transportunternehmen Schäpers aus Nordwalde im Auftrag der Stadtwerke Münster unterwegs ist, steuert die Endstation Hannaschweg in Nienberge an. Als er dort am Sportplatz vorbeifährt, sieht er von weitem etwas in der Dunkelheit aufblinken. „Ich dachte zunächst, da leuchtet jemand mit einer Taschenlampe“, sagt der 47-Jährige. Als er mit dem Nachtbus näher kommt, sieht er helle Flammen.

Die Stoßstange eines Firmen-Bullis, der auf dem Seitenstreifen an der Feldstiege steht, brennt. Blitzschnell bremst er seinen leeren Bus, schaltet das Warnlicht an, schnappt sich den Feuerlöscher, der hinter dem Fahrersitz zu finden ist, bekämpft den Brand. „Zweimal musste ich auf den Feuerlöscher drücken, und ein bisschen Pulver habe ich auch abbekommen“, berichtet er.

Nach gut einer Minute ist das Feuer an dem Transporter, das die Polizei der unheimlichen Brandserie der vergangenen Wochen zuordnet, gelöscht. „Der Bulli muss kurz vorher angezündet worden sein. Keine fünf Minuten später wäre der Wagen wohl verbrannt gewesen“, sagt der Busfahrer, der zumindest in der Nacht zu Samstag den Feuerteufel ausbremst.

Ermittlungen noch ohne heiße Spur

Renzelmann verständigt gegen 1.50 Uhr Feuerwehr und Polizei. Die bestätigt: Schon wieder ein Pkw-Brand in Münster, das insgesamt 49. Auto an 34 unterschiedlichen Standorten im Stadtgebiet. Den Gesamtsachschaden an allen betroffenen Fahrzeugen beziffert die Polizei auf über 370.000 Euro. Eine heiße Spur indes hat die ermittelnde Sonderkommission nicht. Der Busfahrer hat am Sportplatz Nienberge, gut 100 Meter vom Tatort entfernt, „angetrunkene Jugendliche“ gesehen. Die Polizei überprüft die Gruppe, „sie kommt für uns aber nicht als Tatverdächtige infrage“, sagt ein Polizeisprecher am Montag.

Feuerwehrchef Benno Fritzen macht sich große Sorgen, dass das „Spiel mit dem Feuer“ der unbekannten Brandstifter schief geht. „Bis jetzt ist niemand verletzt worden. Irgendwann werden die Umstände aber schlechter sein, das Feuer wird vielleicht spät entdeckt und springt auf ein Haus über. Ein solches Szenario sorgt alle, die Verantwortung tragen“, sagt Fritzen offen. Er hofft daher sehr auf einen Ermittlungserfolg der Polizei bei der Tätersuche.

Denn nicht immer wird jemand vor Ort sein, der so beherzt wie Peter Renzelmann eingreift. „Für mich war das eine Selbstverständlichkeit“, sagt er bescheiden.

(Ralf Repöhler)


 


 

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