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  • 15.07.2013, 10:18 Uhr
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  • Münsterland / Kreis Borken
Breitbandnetz-Ausbau

Bornet GmbH schließt immer mehr Orte im Münsterland an die Daten-Autobahn an

Die Ziele sind so groß, dass man sich schon wundert, wie unscheinbar und klein das Gebäude ist, in dem sie ersonnen wurden. Im Gewerbegebiet Borken Ost residiert in einer Nebenstraße die Bornet GmbH.

Hinter dem Namen verbirgt sich ein Kommunikationsunternehmen, das 1998 gegründet wurde und seit nunmehr zwei Jahren das Münsterland aufrollt. Bornet verlegt in immer mehr Orten Glasfaserkabel – und schafft damit, was dem Konkurrenten Telekom im großen Münster vor geraumer Zeit nicht gelang: Menschen eine Auffahrt auf die High-Speed- Datenautobahn zu verkaufen.

„Wir wollen bis Ende dieses Jahres 100.000 Anschlüsse vermarktet haben“, sagt Bornet-Marketing-Chef Marcus Klein. Und der Ton, in dem er das sagt, klingt so, als sei das ein Klacks. Kein Wunder: Die Borkener sind quasi konkurrenzlos.

Keine Städte, nur Dörfer, Bauerschaften oder maximal Vorstädte, das ist die Bornet- Taktik. „Auf dem Land kennen sich die Menschen besser, dort reden sie nicht nur miteinander, sie entscheiden und engagieren sich auch zusammen“, sagt Klein. Das ist wichtig, weil Bornet nur dann die Bagger schickt und Kabeltrommeln herankarren lässt, wenn mindestens 40 Prozent der Bevölkerung einen Vertrag abschließen.

„Immer Land, niemals Stadt“

Der tiefere Grund: Bornet hat in der Fläche keine Konkurrenz, dafür aber in der Regel die Bürgermeister und Stadträte auf seiner Seite. So wie beispielsweise in Wettringen.

Dort sind derzeit etliche Bürgersteige fürs Breitband- Kabel aufgerissen. Für Bürgermeister Engelbert Rauen ist der Anschluss wichtig – damit Wettringen nicht den Anschluss verliert. Für ihn und manchen seiner Kollegen ist das Glasfaserkabel so etwas wie ein Standortfaktor. „Der hilft, dass unser Ort für die Menschen und Unternehmen attraktiv bleibt“, sagt Rauen. Darum hat er auf Bürgerversammlungen auch getrommelt, für Bornet und das Glasfaserkabel. So lange, bis die 40 Prozent erreicht waren.

In 17 oder 18 anderen Orten der Kreise Borken, Steinfurt und Coesfeld hat das genauso oder ähnlich funktioniert. Hält die Entwicklung an, will das ursprünglich einmal kommunale 120- Mann-Unternehmen aus dem Kreis Borken in den nächsten zwei Jahren das gesamte Münsterland erschlossen haben.

Vor einiger Zeit hat sich der niederländische Investor Dik Wessels eingekauft, Wessels ist der, der auch dem alten Flughafen in der niederländischen Region Twente neues Leben einhauchen will. Seitdem läuft im Münsterland die Breitband-Offensive.

„Kostengünstigste und zukunftsfähigste Lösung“

Zum Datenkabel aus Glas gibt es nämlich auf absehbare Zeit keine Alternative. Sagt auch Prof. Konrad Mertens von der Fachhochschule in Münster. „Auf Dauer sind Glasfaserkabel die kostengünstigste und zukunftsfähigste Lösung.“ Das weiß auch Wessels, das ahnen inzwischen zudem immer mehr Rathaus-Chefs, die, sagt Klein, inzwischen immer öfter bei Bornet auf der Matte stünden. Vor noch gar nicht allzu langer Zeit war das noch umgekehrt.

Städte meiden die Borkener, weil dort die Konkurrenz zu groß ist. Noch können LTE, VDSL und wie die Datenverbindungen der verschiedenen Anbieter auch immer heißen, in den vielen Mittel- und dem einen Oberzentrum punkten; die 40-Prozent-Marke ist dort ungleich schwerer zu erreichen – auch wenn das Breitband alles bestehende toppt. Im Kreis Steinfurt kommen neben Wettringen auch Neuenkirchen und St. Arnold ans Kabel, in Horstmar und Laer läuft das Quorum noch. Danach will sich Bornet dem Kreis Coesfeld zuwenden, getreu der Devise „Immer Land, niemals Stadt“.

Über Glasfaserkabel

Glasfasern sind dünne Fasern, die aus geschmolzenem Quarzglas hergestellt werden. Bei der Datenübertragung werden die Daten als Lichtsignale codiert und durch optische Leitungen gesendet. Signale können in Glasfasern im Vergleich zu Kupferkabeln mit bis zu 40 Gigabit pro Sekunde deutlich schneller übertragen werden. Glasfasern sind damit ideal, um große Datenmengen schnell zu übertragen. Zudem zeigt sich die Datenübertragung in Glasfaserkabeln als unempfindlich gegenüber elektromagnetischen Störungen.

(Elmar Ries)


 


 

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