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  • 18.11.2014, 08:56 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Brücke trägt Belastung nicht

Einspurige Verkehrsführung auf Autobahnzubringer B 51 für die nächsten 20 Jahre

Aus zwei mach eins: Und das ist keineswegs ein neues Gesellschaftsspiel, eher schon eine Geduldsprobe. Für Autofahrer, die auf der B 51 stadtauswärts unterwegs sind und Richtung Autobahn rollen. Seit Montag wird dort, wo rechts der Abzweig zur Weseler Straße führt, der geradeaus über die Brücke weiterführende Autobahnzubringer verengt. Aus zwei Spuren wird eine, meldet der zuständige Landesbetrieb Straßenbau NRW in einer knappen Mitteilung.

Doch die entpuppt sich bei näherer Nachfrage als mögliche Regelung für die nächsten 20 Jahre: „Die Statiker haben bei genauer Überprüfung herausgefunden, dass die Brücke nicht mehr die erforderliche Tragkraft besitzt, um den Schwerlastverkehr aufzunehmen“, heißt es in der Begründung.

Jörg Kortwinkel, Fachmann in der Projektgruppe Brückenertüchtigung, betont, dass es keinen Anlass zur Sorge gebe, die Brücke könne unter der Verkehrslast zusammenbrechen. „Bei den neuen Berechnungen hat sich aber ergeben, dass bei dem heutigen Verkehrsaufkommen ein Defizit da ist. Dafür ist diese Brücke damals nicht gebaut worden.“

Gleichmäßige Lastverteilung für Brücke Baujahr 1965

Damals, das war 1965, als diese Überführung im Knotenpunkt Münster-Süd angelegt wurde. „Es gibt in den Berechnungen ein theoretisches Risiko, dass dieses ex­trem schlanke und lang gezogene Bauwerk etwas kippelig werden könnte.“ Deshalb auch die Entscheidung, den Verkehr auf eine Spur zu verringern und die genau mittig über die bisherigen zwei Spuren laufen zu lassen. „Dann ist die Belastung gut verteilt.“

Das unterstreicht auch Stefan Rickershenrich. Der Betriebsdienstleiter an der Autobahnmeisterei Münster hofft, dass die Mitarbeiter es schnell schaffen, die Fahrbahnmarkierungen fertigzustellen und das Wetter den „Straßenmalern“ keinen Strich durch die Rechnung macht. So lange wird die neue Spur durch rot-weiße Verkehrskegel abgegrenzt.

Staus in Stoßzeiten

Dass es in dem Bereich besonders zu Stoßzeiten Staus geben könnte, ist allen Beteiligten klar. Auch der Stadt Münster. „Wir werden die möglichen Auswirkungen auf die Verkehrssituation städtischer Straßen genau beobachten“, betont Joachim Schiek auf Anfrage unserer Zeitung. Die Sperrung der Fahrspur sei mit dem Straßenverkehrsamt abgesprochen gewesen, so der städtische Pressesprecher. Alle Beteiligten sind sicher, dass „irgendwann“ an der Stelle eine neue Brücke steht. „Nur wann?“ Im Fachjargon geht man von einer „Restnutzungsdauer“ bis 2034 aus. Im Klartext: „Diese Regelung bleibt für die nächsten 20 Jahre so.“

(Martina Döbbe)


 


 

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