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  • 01.07.2013, 14:59 Uhr
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Brückenbau in Münster

Mecklenbecks „Schlautbogen“ steht

Mit einem eigens aus Bocholt nach Münster geholten Teleskopkran wurde am Freitagvormittag der Korpus des Brückenbauwerks „Schlautbogen“ über der im Bau befindlichen Fritz-Stricker-Straße auf den Zentimeter genau in Position gebracht.

Es war ein Balanceakt, den Christian Emmerich am Freitagvormittag in Mecklenbeck zu vollbringen hatte. Gleichwohl war es für den routinierten Fahrer des 350-Tonnen-Teleskopkrans einer Bocholter Spezialfirma kein Problem, den stählernen Korpus des „Schlautbogens“ exakt in die von den Planern gewünschte Position zu bringen: Beim Bogen handelt es sich um die Brücke, die Fußgängern und Radlern demnächst die sichere Überquerung der aktuell noch im Bau befindlichen Fritz-Stricker-Straße ermöglichen soll. Sie verbindet die Schlautstiege mit der Ossenkampstiege.

Der 37 Meter lange Stahlüberbau der Brücke wurde in den vergangenen Wochen von Schlossern in Emden zusammengeschweißt und per Sondertransport Donnerstagnacht nach Mecklenbeck gebracht. 52 Tonnen bringt der Stahlhohlkörper auf die Wage. Der vom münsterischen „Ingenieurbüro Wesselmann + Brune“ in Kooperation mit den Coesfelder „Wolters Partner Architekten“ entworfene „Schlautbogen“ war – wie berichtet – im Dezember 2010 als Siegerentwurf aus einem von der Stadt durchgeführten Brückenbauwettbewerb hervorgegangen.

Etliche Mecklenbecker schauten an der Baustelle vorbei. Einige hatten Fotoapparate dabei, um die aufwendige Aktion zu dokumentieren. Unter ihnen auch Alfons Eggert (84). Der pensionierte Landwirt, der in der Nachbarschaft wohnt, zeigte sich beeindruckt vom Großeinsatz: „In Mecklenbeck ist immer wieder was los“, strahlte er und schoss ein Foto nach dem anderen. „Das ist eine aufwendige Aktion, das ist Zentimeterarbeit.“ Als der Brückenkörper nach rund dreistündiger Vorarbeit um 13 Uhr präzise auf den Fundamenten ruhte, war Eggert regelrecht beeindruckt: „Sieht toll aus, wie ein Fisch mit glattem Bauch.“

Für die nächtliche Anlieferung des „Schlautbogens“ zur Fritz-Stricker-Straße, die über die Autobahn und die Weseler Straße erfolgte, mussten laut Ilka Grundmann auf dem Weg eine Ampel und ein Beleuchtungsmast vorübergehend umgelegt werden. Darüber hinaus, so die Bauleiterin vom städtischen Tiefbauamt, musste aus Sicherheitsgründen während der Positionierungsaktion die benachbarte Hochspannungsleitung ausgeschaltet werden.

Ilka Grundmann geht davon aus, dass die Brücke, deren Stahlhohlkörper im Inneren mit Schottblechen verstärkt wurde, in etwa vier Wochen fertig ist. Bis dahin müssen natürlich noch das vorgesehene Stabgittergeländer und die rutschsichere Verkehrsfläche für die Brückennutzer installiert worden sein. Letztere wird in der Breite zwischen drei Metern und 3,88 Metern variieren.

Die Errichtung des „Schlautbogens“ schlägt mit Kosten in Höhe von 520.000 Euro zu Buche. Expertin Ilka Grundmann rechnet damit, dass das filigrane Brückenbauwerk in der letzten Woche der Schulsommerferien (26. bis 31. August) eingeweiht und in Betrieb genommen werden kann.

(Thomas Schubert)


 


 

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