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  • 21.11.2012, 11:13 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Historische Gartenhäuser

Unser Weg ins Paradies - Gartenhäuser in Münster und im Münsterland

Sie schmückten einst jede adelige Parkanlage, aber sie standen auch in vielen Bürgergärten - die Gartenhäuser. Sie zieren noch heute so manchen ehemaligen Sommersitz oder Villengarten Münsters. "Unser Weg ins Paradies" heißt der jüngste Band in der Stadtarchiv-Reihe "Kleine Schriften". Die Journalistin und Buchautorin Uta Ribbert zeichnet in ihrem Buch die Geschichte dieser Garten-Kleinarchitektur in Münster und im Münsterland nach.

Ende November 2012 wird das mit nahezu 100 Abbildungen reich bebilderte Buch im Aschendorff Verlag erscheinen. Kostproben daraus gibt es am 29. November beim Themenabend im Stadtarchiv.

In der massiven Bauform aus der Barockzeit haben sich bis heute in Münster lediglich drei Exemplare erhalten. Uta Ribbert stellt die Schicksale dieser Gartenhäuser vor: die Orangerie an der Neubrückenstraße, einst Mittelpunkt rauschender Feste der höfischen Gesellschaft, das von Baumeister Schlaun konzipierte Gartenhaus an der Josefstraße, das schon einen Umzug hinter sich hat, und das Häuschen an der Goldstraße, das einst Sommerhaus eines adeligen Bürgermeisters gewesen sein soll.

"Mit journalistischer Neugierde ist die Autorin den historischen Spuren nachgegangen. Ausgehend vom barocken Lusthaus anno 1669 im bischöflichen Hofgarten nah des Stadtgrabens nimmt sie die Leser mit auf eine informative Kultur- und Bilderreise durch Münster und die Region", urteilen die Herausgeber der Schriftenreihe, Stadtarchivleiter Dr. Hannes Lambacher und Anja Gussek. "Ein auch für historische Laien sehr anschaulich erzählter Band.“

Im 19. Jahrhundert gab es 1.100 Gärten in Münsters Grünring

Im 19. Jahrhundert sollte die Gartenbegeisterung der Bürger mit geschätzten 1100 Gärten im Grünring um Münster ihren Höhepunkt erreichen. Die Zahl der Gartenhäuser, nun vorwiegend als ein- bis zweiräumige Backsteinhäuschen gebaut, dürfte an die 100 gereicht haben. Künstler richteten dort Wohnung und Werkstatt ein, Clara Ratzka, die meistgelesene Romanautorin ihrer Zeit, beschrieb eines in ihrem Roman „Familie Brake“, und die Droste bezog gar das Gewächshaus auf Haus Rüschhaus schwärmerisch in Lyrik ein.

Im Münsterland, so erfährt der Leser, werden die Gartenhäuser auf den Burgen und Schlössern bis heute gern im Verborgenen gehalten. Ausnahme ist das Gartenhaus auf Burg Hülshoff: hier wird dem Besucher eine englische „Teatime“ angeboten.

Auch die Gartenpavillons haben ihre Geschichte, etwa die des Architekten Hans Ostermann, der im Bombenhagel des Zweiten. Weltkriegs in seinem Eckpavillon am Prozessionsweg über dem Wiederaufbau Münsters brütete. Oder die des niederländischen Bankiers-Ehepaares Bertha und Jan Jordaan, die immer wieder das einfache Leben im Teehäuschen auf dem Rothenberge bei Wettringen ihrem mondänen Pariser Wohnsitz vorzogen.

Der Gartenhaus-Stil hat die Bauweise in Münster geprägt. Exemplare des Übergangs vom Garten- zum Wohnhaus (im Nordviertel) werden vorgestellt, außerdem Wohnhäuser im Gartenhausstil. Die denkmalgeschützte Gartenvorstadt Habichtshöhe / Grüner Grund verwirklichte schließlich das Wohnglück im Grünen für jedermann.

Bezugsquellen

"Unser Weg ins Paradies - Gartenhäuser in Münster und im Münsterland" erscheint in der Reihe "Kleine Schriften aus dem Startarchiv" als Band 11 im Aschendorff Verlag Münster (ISBN 978-3-402-13115-2). Das Buch ist ab 30. November 2012 zum Preis von 14,80 Euro im Buchhandel oder direkt beim Verlag erhältlich:

(Redaktion)


 


 

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