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  • 15.05.2013, 11:14 Uhr
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  • Münsterland
Bürgerinitiative

Fracking-Gegner erhalten immer mehr Unterstützung im Münsterland

Die Stimmung beim Thema Erdgas-Suche mittels Fracking dreht sich immer mehr in Richtung Skepsis. Das registrieren die Bürgerinitiativen „Gegen Gasbohren“ mit Genugtuung und freuen sich, dass „eine ernsthafte Diskussion über die Risiken begonnen wurde“.

„Ich kann mir nicht mehr vorstellen, dass Exxonmobil bei uns in Nordwalde den Bohrer ansetzt“, sagt Mathias Elshoff von der dortigen Initiative. „Das Thema ist durch.“ Vorsichtiger formuliert es hingegen sein Kollege Jörn Krüger. Er lobt vielmehr, dass endlich „eine ernsthafte Diskussion über die Risiken begonnen wurde“, und betont das „positive Signal“, das dadurch gesetzt wird. Ob Einstieg in den vorzeitigen Ausstieg oder nur eine ehrliche Debatte über die Gefahren: Fakt ist: Die Zahl derer, die der auch im Münsterland geplanten Erdgas-Förderung kritisch bis ablehnend ge­genüberstehen, wächst stetig. 66 Prozent aller Deutschen lehnen zumindest das Fracking ab. Das haben die Demoskopen von Emnid unlängst erfragt.

Inzwischen bröckelt auch bei den Konservativen in der Politik die Zustimmung. In Baden-Württemberg sorgen sie sich um das Trinkwasser des Bodensees, in Bayern um die Reinheit des Bieres. Und in NRW macht sich CDU-Fraktionschef Karl-Josef Laumann öffentlich die „begründeten Sorgen“ der Bürger vor den Gefahren zu eigen, die von der Fracking genannte Fördermethode „mit Gifteinsatz“ ausgehen. Ins gleiche Horn stieß der CDU-Bundestagsabgeordnete Karl Schiewerling aus Nottuln. „Vom Fracking dürfen keine Gefahren für die Umwelt ausgehen“, erklärte er. „Solange das nicht zweifelsfrei garantiert werden kann, werde ich dem nicht zustimmen.“ An diesem Mittwoch wollte das Bundeskabinett eine Regelung für das Fracking auf den Weg bringen. Das haben die schwarzen Rebellen verhindert.

Neuen Rückenwind hatten die Fracking-Gegner zuvor schon durch das Gutachten des Frankfurter Rechtsanwalts Dirk Theßmer für die Bundestagsfraktion der Grünen erhalten. Er bewertete den Altmaier-Gesetzentwurf als eine weit reichende Fracking-Erlaubnis, weil nur Wasserschutzgebiete ausgenommen werden sollten. Das sei geltendes Recht, die notwendige Anpassung an die neuen Anforderungen leiste der Entwurf nicht. Laumann, der die Debatte im Münsterland seit langem verfolgt, kam zu einem ähnlichen Ergebnis. Zu hoch will er den Erfolg nicht hängen. „Die Interessen des ländlichen Raums haben sich hier durchgesetzt.“

(Elmar Ries, Hilmar Riemenschneider)


 


 

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