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  • 18.10.2013, 10:01 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Burnout-Fachtagung der Caritas

Bessere Organisation und mehr Information können Fehlzeiten um ein Drittel verringern

Nach dem Urlaub säckeweise Post im Büro vorzufinden, war in der vorelektronischen Zeit nicht vorstellbar. Heute wird ein mit mehreren hundert Mails geflutetes Postfach zunehmend zum normalen Rückkehr-Schreck. Ein Indiz für Dr. Peter Zwanzger für die wachsende Belastung von Mitarbeitern, die immer häufiger zur Erschöpfung führt.

Burnout "ist allerdings noch keine psychische Krankheit ", stellte der Professor an der Klinik für Psychiatrie und Psychotherapie der Uniklinik Münster klar, nur eine mögliche Ursache. Die Belastungen der Mitarbeiter in den Blick nehmen will die Caritas in der Diözese Münster. Sie warb auf einer Fachtagung für Betriebliches Gesundheitsmanagement. "Wir müsse ein besseres Verständnis für die Ursachen entwickeln, aber auch überlegen, wie wir vorbeugen können", sagte Diözesancaritasdirektor Heinz-Josef Kessmann . Nicht nur persönlich sondern auch für den Arbeitgeber kann sich das lohnen. Die Personalleiterin des Regionalverbandes Ruhr, Dr. Sabine Lange, berichtete, dass konsequentes Gesundheitsmanagement die Fehlzeiten von Mitarbeitern um bis zu 36 Prozent reduzieren könnten.

Steigende Belastungen und Überforderung seien nicht nur in Wirtschaftsunternehmen zu beobachten sondern auch in den Arbeitsfeldern der Caritas. Im Sinne des Strategischen Ziels "Menschen gewinnen - Ressourcen stärken" müsse deshalb nicht nur nach neuen Fachkräften gesucht werden, so Kessmann . Es müssten auch Wege gefunden werden, dass Mitarbeiter langfristig in der Caritas arbeiten könnten und wollten.

Arbeitsleben und Freizeit durchorganisiert

Immer mehr würden Arbeitsleben und Freizeit durchorganisiert und optimiert, stellte Peter Zwanzger fest. Aber man müsse "nicht jedes Mittagessen in eine Kalorienapp pressen", warnte er. Schwierig sei es, den Übergang von noch gesunder zu krankmachender Belastung zu erkennen, die eine Ursache für eine psychische Erkrankung werden könne. Normal sei an sich, dass ein Mitarbeiter sich selbst gegen Überforderung schützen könne. Warum das manchmal nicht gelinge, müsse im Einzelfall herausgearbeitet werden.

Die Zahlen sind dabei nicht mehr klein. Psychische Erkrankungen, für die Burnout ein Auslöser sein könne, seien inzwischen zweithäufigste Ursache für Arbeitsunfähigkeit . Aber es gibt durchaus Möglichkeiten entgegen zu steuern. Die Ursachen liegen nicht nur in der eigenen Persönlichkeit, sondern auch im Arbeitsumfeld. Schlechte Organisation, wenig Unterstützung im Team oder falsche Führung bieten für Sabine Lange viele Ansatzpunkte für Verbesserungen. Klare Weisungsbefugnisse, größere Handlungsspielräume oder sozialer Rückhalt durch Kollegen seien einige Möglichkeiten, das Risiko von Burnout deutlich zu verringern.

(Caritasverband Münster, Pressestelle)


 


 

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