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  • 18.12.2013, 09:45 Uhr
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  • Münster
Bus-Tourismus in Münster

Weniger Reisebus-Touristen durch Parkgebühren?

Normalerweise stehen täglich viele Busse in der Vorweihnachtszeit auf dem münsterischen Schlossplatz. Erfahrungsgemäß strömen vor allem in der zweiten und dritten Adventswoche die Gäste nach Münster. In diesem Jahr scheint der Ansturm jedoch erneut etwas abgeebbt zu sein.

Bis jetzt verzeichneten die Mitarbeiter von Westfalenfleiß auf dem Schlossplatz rund 850 Busse. Am Montag, einem Tag an dem es erfahrungsgemäß ohnehin ruhiger zugeht, waren bis mittags nur etwa 20 Busse dort eingetroffen.

Seit rund sechs Jahren sinkt die Zahl der Reisebusse, die in der Vorweihnachtszeit nach Münster rollen. Im Jahr 2000 kamen noch 1.777 Busse, im Jahr 2010 lag die Zahl nur noch bei 1.128 Bussen.

Parkgebühr in Münster - Gratis-Parken in anderen Städten

Als großes Manko empfinden Busunternehmen die Parkgebühr von 20 Euro, die für die Dauer des Aufenthaltes auf dem Schlossplatz zu bezahlen ist. Erst im Jahr 2001 wurde eine Parkgebühr für Busse auf dem Schlossplatz eingeführt und seitdem immer wieder erhöht.

In anderem Städten, sagt ein Fahrer aus dem Bergischen, müssten sie keinen Cent bezahlen. Der Mann möchte ungenannt bleiben, führt aber als Beispiel dafür, wie man auch mit Touristen umgehen kann, unter anderem Dortmund an. Dort würden sie mit offenen Armen empfangen. In Dortmund bekommen Busfahrer nach eigenen Angaben sogar 20 Euro und könnten außerdem noch kostenlos parken.

Seit zwei Wochen fährt der Mann aus dem Bergischen seine Fahrgäste von Weihnachtsmarkt zu Weihnachtsmarkt, aber Parkgebühren habe er nur in Münster bezahlt. Bis nach Trier, Köln, Erfurt, Dortmund und Oberhausen sei er unterwegs. In Aachen würden ihnen Kaffee und Würstchen serviert. In Münster bekommt jeder Fahrer einen Verzehrgutschein über fünf Euro, der in drei Restaurants eingelöst werden kann.

Zentrale Lage ein Pluspunkt

Die zentrale Lage des Platzes sei okay, sagt dagegen Peter Roggen aus Assen. In Bremen ließen sie ihre Fahrgäste an einem Punkt aussteigen und müssten sich dann einen Platz suchen, der aber auch kostenlos sei. Auch in Osnabrück und Oldenburg werden keine Parkgebühren erhoben, sagt der Niederländer. An der Parkgebühr in Münster hat er nichts auszusetzen, die trage ohnehin sein Chef. „Probleme gebe es in Münster immer nur dann, wenn es regnet oder schneit, dann gibt es Ärger.“ Dann sei der Weg über den Schlossplatz eine Katastrophe, so der Busfahrer aus dem Nachbarland.

Ob in der letzten Woche noch viele Busse nach Münster rollen, vermag niemand zu sagen. Im vergangenen Jahr verzeichnete die Stadt in der Vorweihnachtszeit auf dem Schlossplatz 1.111 Busse. Damit besuchten rund 55.000 Gäste die Stadt. Einen Richtwert gebe es nicht, sagt Sabine Mensing vom Citymanagement.

Neuregelung der Parkgebühren in der Diskussion

Zurzeit wird innerhalb der Verwaltung in großer Runde über eine Neuregelung der Parkgebühren für Busse in der Vorweihnachtszeit diskutiert. Auf der einen Seite seien Touristen erwünscht, auf der anderen Seite werde über die wirtschaftlichen Aspekte diskutiert. Im nächsten Jahr soll dann die Kommunalpolitik eine Entscheidung treffen.

(WN)


 


 

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