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  • 08.05.2013, 09:41 Uhr
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  • Münster
Chancenloses Wohnprojekt

Drei Millionen Euro reichen nicht für 6.275 Quadratmeter mit abbruchreifen Häusern

Um in Münster ein 6.275 qm großes Grundstück mit abbruchreifen Häusern kaufen zu können, reichen drei Millionen Euro nicht. Die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) möchte deutlich mehr daran verdienen - und findet offensichtlich auch Abnehmer.

Ursula Rüsing aus Coerde arbeitet in einer Branche, die sich nicht gern in die Karten schauen lässt – der Immobilienbranche. Doch die Beraterin ist etwas anders gestrickt: „Wir haben drei Millionen Euro für das 6.275 Quadratmeter große Grundstück geboten“, verrät Rüsing mit Blick auf die alten, abgängigen Briten-Wohnungen an der Jahnstraße, welche die Bundesanstalt für Immobilienaufgaben (Bima) verkaufen möchte.

„Wir“, damit meint sie eine Investorengemeinschaft aus Architekten, Rechtsanwälten, Versicherungsfachleuten und Kaufleuten, die auf dem Grundstück nahe dem Polizeipräsidium einen Wohnkomplex errichten möchten, um dort zum Teil selbst einzuziehen und überdies Mietwohnungen zu bauen. „Bezahlbare Wohnungen“, wie Rüsing hinzufügt. Weitere Mitstreiter in der Investorengemeinschaft wären gern gesehen. 60 bis 75 Einheiten sollen in dem Gemeinschaftsprojekt entstehen. Doch so interessant diese Initiative auch sein mag, Ursula Rüsing und ihre Mitstreiter haben wohl keine Chance.

 „4,5 Millionen Euro für 6.275 Quadratmeter, zuzüglich Grunderwerbsteuer und Abrisskosten, das ist kein seriöser Preis“

Denn die Bima will für das Grundstück nicht drei Millionen Euro haben, sondern 4,5 Millionen Euro. Und wie zu hören ist, wird sie das Geld auch bekommen. „4,5 Millionen Euro für 6.275 Quadratmeter, zuzüglich Grunderwerbsteuer und Abrisskosten, das ist kein seriöser Preis“, wirft sie dem Bund vor, sich an „Grundstückspekulationen“ zu beteiligen.

Mit diesem Vorwurf wurde die Bima in den vergangenen Monaten im Zuge der Konversion wiederholt konfrontiert. Und immer hieß es, die Bima sei laut Gesetz dazu verpflichtet, für eine „wirtschaftliche Verwertung“ der Immobilien zu sorgen. Ursula Rüsing hat sich daraufhin an die Bundestagsabgeordneten aus Münster gewandt mit der Bitte, das entsprechende Gesetz zu ändern. Ein Antwortschreiben bekam sie bislang nur von Christoph Strässer (SPD).

Nach Auskunft von Peter Waanders von der Bima soll das Jahnstraßen-Grundstück innerhalb der nächsten vier Wochen verkauft werden. Es gebe erfolgversprechende Gespräche mit Interessenten.

Ursula Rüsing ist nicht dabei. Drei Millionen Euro sind einfach zu wenig.

(Klaus Baumeister)


 


 

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