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  • 03.09.2012, 10:09 Uhr
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  • Münster
Covance-Standort Münster

Ein Drittel muss gehen

Das Forschungsunternehmen Covance trennt sich von 67 Mitarbeitern. Die Nachfrage nach Studien ist rückläufig.

Wochenlang sorgten sich die Mitarbeiter des Forschungsunternehmens Covance in Münster um ihre Arbeitsplätze. Bereits zu Beginn des Sommers ging das Gerücht um, dass das Unternehmen die Zahl der Beschäftigten reduzieren möchte. Gestern stand nun endgültig fest, ein Drittel der Belegschaft muss gehen. Darauf haben sich die Geschäftsführung und der Betriebsrat verständigt, heißt es in einer Pressemitteilung des Unternehmens, das seinen Sitz am Kappenberger Damm hat.

Dr. Friedhelm Vogel, seit neun Jahren Manager des Unternehmens in Münster, sprach gestern von 67 Mitarbeitern. Um wieder in die schwarzen Zahlen zurückkehren zu können und die Wettbewerbsfähigkeit sowie den Standort zu sichern, so Vogel, müsste Personal abgebaut werden. Alle Bereiche des Unternehmens seien betroffen, so der Manager.

Die Entscheidung sei ihnen schwer gefallen, betonte der Geschäftsführer von Covance, Dr. Wolfgang Müller. Er sprach von einem sozialverträglichen Abbau und konstruktiven Verhandlungen mit dem Betriebsrat. Den Beschäftigten macht Covance nach eigenen Angaben das Angebot, das Unternehmen über einen Aufhebungsvertrag oder in eine Transfergesellschaft zu verlassen. Darum, so heißt es weiter in der Pressemitteilung, werde erst Ende September die genaue Zahl der zu kündigenden Mitarbeiter feststehen.

Gestern wurde die Belegschaft des Unternehmens am Kappenberger Damm informiert. Zuletzt beschäftigte Covance in Münster 220 Mitarbeiter. Bereits im vergangenen Jahr wurden Arbeitsplätze abgebaut. Kurzarbeit war bei dem Unternehmen in Münster angesagt, das für die Pharmaindustrie Substanzen für Medikamente testet und sich mit Studien beschäftigt.

Weil aber auch die Pharmaindustrie in Bewegung ist und inzwischen auf Mitarbeiter verzichtet, wirkt sich deren Situation auf Betriebe wie Covance aus. Die Nachfrage nach Studien sei seit einigen Jahren rückläufig und der Preisdruck enorm hoch, betont das Management. Die Geschäftsleitung ist nach eigenen Angaben überzeugt, dass sich diese Situation auch in absehbarer Zeit nicht ändern wird.

Die nicht-klinische Forschung soll aber auch künftig bei Covance ein Schlüsselbereich bleiben. Der Standort Deutschland spiele in Europa und für ihre Kunden eine wichtige Rolle, so Müller. Er hofft, dass sich Covance mit den Maßnahmen an die neue Marktsituation anpassen werde. Das Auftragslabor in Münster macht seit Jahren aufgrund von Tierversuchen an Affen auf sich aufmerksam.

Aber nicht nur der Standort Münster von Covance macht auf sich aufmerksam, auch der Standort in Allschwil in der Schweiz ist betroffen. Dort, so heißt es, wird das amerikanische Unternehmen Covance seinen Betrieb für klinische Auftragsstudien an Medikamente schließen. In der Schweiz verlieren 110 Beschäftigte von Covance ihre Arbeit. Auch dort wird dieser Schritt mit dem Kostendruck in der Pharmaindustrie begründet.

(Redaktion)


 


 

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