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  • 26.11.2014, 09:31 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Debatte um FMO-Insolvenz

Akuter Handlungsbedarf für Entschuldung des Flughafen Münster/Osnabrück

Ein dickes Flughafenpaket hat die Verwaltung geschnürt, das heute erstmals im Haupt- und Finanzausschuss ausgepackt wird. Es geht um die Entschuldung des FMO, der mit insgesamt 110 Millionen Euro bei den Banken in der Kreide steht. Die Banken haben einem "Weiter so" den Riegel vorgeschoben. Es besteht akuter Handlungsbedarf.

Bis zum Jahr 2020 soll es Kapitalzuführungen der Gesellschafter in Höhe von 84 Millionen Euro geben, lautet ein Kernvorschlag der Verwaltung, die damit der Empfehlung des Aufsichtsrates folgt. An dieser 2016 beginnenden jährlichen Geldspritze von 16,8 Millionen wäre Greven entsprechend seines 5,9-prozentigen Anteils mit Jahr für Jahr 989 500 Euro beteiligt.

Doch das ist längst nicht alles: Bereits mit einem Beschluss vom Dezember 2012 zugesagt ist eine Kapitalzuführung von 25,6 Millionen Euro, die in drei Tranchen an den Flughafen überwiesen werden soll. Das Geld stammt aus den Rücklagen, die die Gesellschafter für die Start- und Landebahnverlängerung angelegt hatten. Nach politischen Signalen wird der Abschied von dieser lang geplanten Maßnahme immer wahrscheinlicher, auch weil SPD und Grüne ihre Zustimmung zur Entschuldung nur geben wollen, wenn damit der Abschied vom Prestigeprojekt einhergeht.

Darf´s noch ein bisschen mehr für den FMO sein?

Auch dazu gibt es ein Ja in der Vorlage. Grundlage dieser Entschuldungsvariante, die gemeinsam mit einem Beraterteam von Pricewaterhouse Cooper (PWC) ausgearbeitet wurde, ist auch eine Zuführung von Gesellschafterdarlehn in Höhe von knapp 30 Millionen Euro. Für 2015 sind 16,8 Millionen Euro eingeplant. Der Rest verteilt sich über vier Jahre. Greven müsste danach im kommenden Jahr 989 500 Euro hinblättern.

Auch die Variante eines Insolvenzverfahrens, jüngst auch von verschiedenen Politikern diskutiert, hatten PWC und der FMO-Aufsichtsrat auf dem Schirm. Doch dazu heißt es in der nichtöffentlichen Vorlage für die heutige Sitzung: „Diese Variante wurde allerdings als unwirtschaftlich eingestuft.“

Die Verwaltungsvorlage unterschlägt auch nicht die Risiken, die mit der zusätzlichen Finanzierung einhergehen. „Weiterhin besteht das Risiko, dass die Gesellschafterdarlehn in Höhe von 1 775 000 Euro nachträglich abgeschrieben werden müssen, wenn sich herausstellt, dass der FMO nicht in der Lage sein sollte, die Gesellschafterdarlehn zu tilgen.“

In der Sitzung des Ausschuss wird das Thema Flughafen heute zunächst öffentlich diskutiert. Entscheidungen sollen in nichtöffentlicher Sitzung getroffen werden.

(Ulrich Reske, WN)


 


 

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