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  • 08.04.2014, 16:24 Uhr
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  • Münsterland / Berlin
DGB-Report 2013

Trotz Arbeitsmarkterholung keine Entspannung bei Arbeitsbedingungen

Die relative Erholung am Arbeitsmarkt in den vergangenen Jahren führt nicht zu einer Entspannung bei den Arbeitsbedingungen. Zu diesem Ergebnis kommt der Report "DGB-Index Gute Arbeit - Ausgabe 2013", der am heutigen Dienstag in Berlin vorgestellt wurde.

61 Prozent der Beschäftigten in Deutschland müssen mehr Arbeit in der gleichen Zeit leisten als im Vorjahr. 56 Prozent der Beschäftigten arbeiten sehr häufig oder oft gehetzt, und nur 45 Prozent gehen davon aus, unter diesen Bedingungen bis zum gesetzlichen Rentenalter durchhalten zu können. Gleichzeitig hat sich die Einkommenssituation nicht wesentlich verbessert: Für 43 Prozent der Beschäftigten reicht das Einkommen nicht oder gerade so aus. 17 Prozent arbeiten sogar sehr häufig oder oft außerhalb der normalen Arbeitszeit unbezahlt für den Betrieb.

Dies sind die wesentlichen Befunde der jährlichen Repräsentativbefragung von 5.800 abhängig Beschäftigten im Rahmen des DGB-Index Gute Arbeit des Jahres 2013, der am Dienstag in Berlin vorgestellt wurde. Die mit dem DGB-Index Gute Arbeit gemessene durchschnittliche Arbeitsqualität in Deutschland liegt im Jahr 2013 bei 61 von 100 möglichen Punkten und damit in der Qualitätsstufe „unteres Mittelfeld“.

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Statement von Frank Bsirske, ver.di-Vorsitzender, auf der Pressekonferenz zur Vorstellung des DGB-Index Gute Arbeit Report 2013 am 8. April 2014 in Berlin.
© DGB

DGB-Index 2013 stagniert

Der Vorsitzende der Vereinten Dienstleistungsgewerkschaft ver.di, Frank Bsirske, sagte dazu am Dienstag in Berlin: „Die Tatsache, dass der DGB-Index 2013 auf dem schlechten Niveau der Vorjahre stagniert, zeigt, dass die Entspannung am Arbeitsmarkt nicht automatisch zu besseren Arbeitsbedingungen führt. Deshalb müssen wir schnellstens zu einer Neuen Ordnung der Arbeit kommen. Dazu muss ein flächendeckender gesetzlicher Mindestlohn von anfangs 8,50 Euro ohne Ausnahmen eingeführt werden. Außerdem darf Arbeit zum Nulltarif nicht länger geduldet werden. Dazu muss vor allem die Ausweitung der Arbeitszeiten gestoppt werden. Flexible Arbeitszeiten brauchen klare Grenzen, um Lohndumping und arbeitsbedingte Erkrankungen zu verhindern“.

Zuwachs psychischer Erkrankungen

Annelie Buntenbach, DGB-Vorstandsmitglied, ergänzte: „Der anhaltend hohe Zeit- und Leistungsdruck ist die Hauptursache für den Besorgnis erregenden Zuwachs psychischer Erkrankungen und verursacht Kosten in Milliardenhöhe. Deshalb ist eine wirkungsvolle Anti-Stress-Politik notwendig. Dies muss auch im Interesse der Unternehmen sein, um die Leistungs- und Wettbewerbsfähigkeit nicht zu gefährden. Entscheidend ist dabei eine konsequente Umsetzung des Arbeits- und Gesundheitsschutzes, um physische und psychische Gefährdungen am Arbeitsplatz zu vermeiden.“

(DGB)


 


 

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