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  • 21.05.2013, 10:11 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Die Arbeitswelt von morgen

Europäischer Kongress der Arbeits- und Organisations-Psychologen in Münster

Ab dem 22. Mai findet in Münster der Europäische Kongress der Arbeits- und Organisationspsychologen statt. Die 1.500 Teilnehmer stammen aus der ganzen Welt. Kernthema des Kongresses: Wie muss Arbeit beschaffen sein, damit Menschen sie dauerhaft leisten können?

Das Diensthandy klingelt und brummt in der Hosentasche rund um die Uhr und auch am Wochenende. Es sind mehrere Projekte gleichzeitig zu bearbeiten – in unterschiedlichen Teams. Ständig einlaufende E-Mails müssen am selben Tag beantwortet, Kunden immer sofort und freundliche sowieso Antwort erhalten. So sieht heute der Alltag vieler Berufstätiger aus – und die Statistik des Krankenstands in vielen Betrieben zeigt: Arbeit macht viele Menschen krank .

Wie brennend dieses Problem inzwischen ist, das merken die Professoren Guido Hertel, Carmen Binnewies und Heinz Holling vom Psychologischen Institut der Universität. Sie haben den Europäischen Kongress der Arbeits- und Organisationspsychologen vorbereitet, der am 22. Mai in Münster beginnt. So viele wie noch nie, 1.500 Kollegen aus der ganzen Welt, reisen an.

„Wir wollen nicht nur auf Entwicklungen reagieren, sondern darüber reden, wie Arbeit aussehen muss, damit Menschen sie dauerhaft leisten können“, skizziert Prof. Guido Hertel. Arbeit wird effizienter, wenn Mitarbeiter individuelle Bedürfnisse befriedigen, flexibel handeln können. „Sie sollen nicht über- aber auch nicht unterfordert werden“, ergänzt Binnewies. Und: „Anerkennung ist ein wichtiger Treibstoff.“

Verluste durch demotivierende Vorgesetzte

Es gibt seit langem fundier­te betriebswirtschaftliche Berechnungen, wie viel ein demotivierender Vorgesetzter ein Unternehmen kosten kann. Pro Mitarbeiter ergeben sich Verluste von einem halben bis zu einem ganzen Jahresgehalt, ein Betrag zwischen 20.000 und 50.000 Euro, erläutern die Organisationspsychologen.

Beim Kongress geht es darum, was Unternehmen tun können, um die Arbeitskraft ihrer Mitarbeiter zu erhalten. „Gesundheit am Arbeitsplatz wird angesichts dessen, dass alle länger arbeiten müssen, immer wichtiger“, unterstreicht Hertel. Es geht aber nicht nur um das Klima in Unternehmen, sondern in Staat und Gesellschaft: Welche Voraussetzungen müssen gegeben sein, damit eine Atmosphäre von Kreativität, Initiative und Eigenorganisation entsteht? Hertel: „Auch das ist unser Thema.“

1.500 Arbeitspsychologen aus 50 Ländern

So viele Kollegen wie noch nie haben sich zu dem alle zwei Jahre stattfindenden Kongress in Münster angemeldet. Sie kommen aus allen Ländern Europas, den USA, Lateinamerika, Asien, auch mehreren afrikanischen Ländern. Nicht nur Wissensschaftler debattieren über die Arbeitswelt von morgen – auch zahlreiche Vertreter von Unternehmen haben sich angemeldet. Getagt wird in den Hörsälen der Universität.

(Karin Völker)


 


 

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