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  • 07.11.2014, 08:43 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Digitale Aufholjagd

IHK-Studie zeigt bremsende Faktoren auf

Vom „Silicon Valley“ sind das Münsterland und die Emscher-Lippe-Region weit entfernt. „Doch die Wirtschaft in der Region kann sich auf dem Weg zur ,Industrie 4.0 auf eine leistungsfähige IT-Branche stützen“, erklärt Hauptgeschäftsführer Karl-Friedrich Schulte-Uebbing bei der Vorstellung einer Studie der Indus­trie- und Handelskammer (IHK) Nord Westfalen.

Zwar ist die Bedeutung der Branche im Landes- und Bundesvergleich unterdurchschnittlich. Doch immerhin umfasst die Gruppe der Anbieter von Informations- und Kommunikationstechnologie (IKT) über 6.400 Unternehmen mit über 17.000 Beschäftigten. Nimmt man die IKT-Beschäftigten der Anwender hinzu, sind es sogar 30.000. Knapp 70 Prozent der Anwenderfirmen gaben an, ausschließlich oder überwiegend mit Anbietern aus der Region zusammenzuarbeiten.

Bremsende Faktoren

Doch auf dem Weg in die digitale Zukunft beklagt die Branche in der Region besonders zwei bremsende Faktoren:

  • Fehlende Breitbandanbindungen: Die Versorgung mit leistungsfähigen Internetanschlüssen lässt zu wünschen übrig: Viele Firmen sind mit deren Qualität nicht zufrieden. Jeder vierte Betrieb hält sie nur für ausreichend oder gar mangelhaft (zehn Prozent „mangelhaft“). Bedenkt man, dass die überwiegende Anzahl der Unternehmen aus den tendenziell gut versorgten größeren Städten stammen, dürfte die Güte der Breitbandversorgung, vor allem was die Fläche betrifft, noch überschätzt worden sein. Schulte-Uebbing: „Hier besteht dringender Handlungsbedarf.“
  • Fachkräftemangel: „Schon jetzt können 40 Prozent der IKT-Anbieter offene Stellen nicht besetzen“, berichtet Klaus Weßendorf von der Unternehmerinitiative IT-Forum Nord Westfalen. Für die IKT-Branche sind Fachkräfte der Standortfaktor Nummer Eins. Besonders Softwareentwickler und Systemadministratoren sind Mangelware. Absolventen der betrieblichen Aus- und Weiterbildung sind dabei stärker gefragt als Uni-Absolventen.

Was also tun? Die IHK setzt auf Partnerschaften zwischen Unternehmen und Schulen, bei denen die Betriebe IKT-Schülerprojekte betreuen. Unternehmen wünschen sich eine bessere Qualifikation von Informatik-Lehrkräften an Schulen. Praktika, duale Ausbildung und duales Studium: Gezielte Kontakte zur Praxis sind der beste Weg in die digitalen Berufe der Zukunft.

Münster mausert sich zur IT-Hochburg

Die Studie zeigt: Münster hat sich als bundesweiter Top-IT-Standort in der digitalen Branche positioniert. Münster steht auf Platz zwölf bundesweit, und mit seinem Anteil an IKT-Beschäftigten von 5,3 Prozent auf Platz zwei in NRW. „Münster ist wegen seines Angebotes an Fachkräften und seiner guten digitalen Infrastruktur ein Schmelztiegel“, so IHK-Hauptgeschäftsführer Schulte-Uebbing. Dazu trage die hohe Lebens- und Freizeitqualität bei.

(Claudia Kramer-Santel, WN)


 


 

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