Weitere Artikel
  • 23.05.2015, 07:39 Uhr
  • |
  • Münster / Münsterland
Diskussion um Bargeld-Abschaffung

Bargeld ist und bleibt das dominierende Zahlungsmittel im Kreis Steinfurt

Eine Zukunft ohne Bargeld? Für den deutschen Wirtschaftsweisen Peter Bofinger ist das nicht nur eine fixe Idee sondern ein Muss. Denn nur durch die Abschaffung des Bargeldes auf internationaler Ebene könnten seiner Meinung nach die Märkte für Schwarzarbeit, Drogen- und anderen kriminellen Handel ausgetrocknet werden.

Renommierte Ökonomen aus den USA setzen sich momentan ebenfalls für einen Finanzmarkt ohne Bargeld ein. „Das ist für uns momentan zumindest noch eine Utopie. Denn in Deutschland und auch bei uns im Kreis Steinfurt sind Münzen und Scheine das dominierende Zahlungsmittel“, sagt Rainer Langkamp, Vorstandsvorsitzender der Kreissparkasse Steinfurt.

Wie groß die Bedeutung von Bargeld ist, machen folgende Zahlen deutlich: In den rund 40 Filialen der Kreissparkasse werden täglich bis zu 2,4 Millionen Euro eingezahlt, die unter strikten Sicherheitsvorkehrungen direkt an die Deutsche Bundesbank weitergegeben werden. Auch der Bargeldumsatz an den Geldautomaten der Kreissparkasse spricht für sich – hier werden jährlich fast eine Milliarde Euro an Ein- und Auszahlungen getätigt. Und mehr als 12 Millionen Euro Kleingeld lassen die Sparkassenkunden pro Jahr von den Münzgeldautomaten zählen.

Kartenzahlung gewinnt im Kreis Steinfurt an Bedeutung

Auch wenn die Bürger aus dem Kreis Steinfurt nach wie vor gerne bares Geld in ihren Portemonnaies haben, gewinnt die Karte als Zahlungsmittel immer mehr an Bedeutung. „In den Schuhgeschäften in der Region werden mittlerweile zwei Drittel der Einkäufe mit einer EC- oder Kreditkarte bezahlt“, sagt Langkamp. Mehr als 800 Händler hätten bereits ein Kartenterminal im Einsatz. Der hierüber generierte Umsatz habe sich in den vergangenen zehn Jahren verdreifacht – Tendenz steigend.

Auch in Branchen, die bisher nur auf die Bezahlung mit Bargeld gesetzt haben, hält die Kartenzahlung Einzug. So zum Beispiel auf Märkten, in Taxen oder bei Handwerkern, die mobil zuhause bei den Kunden per Karte abrechnen. Am wenigsten verbreitet sei das Bezahlen per Karte noch bei Bäckereien und Kiosken. „Aber auch hier wird das Bargeld auf lange Sicht an Bedeutung verlieren, besonders mit Blick auf das Smartphone als neues Zahlungsinstrument“, ist sich Langkamp sicher.

Bargeldzahlungen im Ausland nur noch wenig gebräuchlich

In vielen anderen Ländern spielen Bargeldzahlungen bereits heute kaum noch eine Rolle. So werden in Skandinavien zum Beispiel 25 Prozent aller Zahlungen im Einzelhandel mit Bargeld abgewickelt – in Deutschland sind es 78 Prozent. Und auch in den USA sind Scheine und Münzen kaum noch von Bedeutung: „Meine Tochter ist seit zehn Monaten zum Austausch in den USA – und sie hat bisher nur zwei Mal Bargeld abgehoben“, sagt Rainer Langkamp.

Eine Zukunft ganz ohne Bargeld wird es laut Langkamp so schnell nicht geben: „Doch mit der zunehmenden Digitalisierung wird das Bargeld in den nächsten Jahren mehr und mehr durch Karten- und Onlinezahlungen ersetzt.“

(Kreissparkasse Steinfurt)


 


 

Bargeld
Sparkasse
Bedeutung
Karte
USA
Zahlungsmittel
Diskussion

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Bargeld" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: