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  • 22.01.2013, 15:07 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Doppelter Abiturjahrgang

„Jetzt bewerben!“ - 700 Extra-Lehrstellen für Abiturienten

Die regionale Wirtschaft setzt alles daran, den doppelten Abiturjahrgang 2013 intensiv für die Gewinnung von Nachwuchskräften zu nutzen. „Insgesamt 700 zusätzliche Lehrstellen für Abiturienten haben Unternehmen uns fest zugesagt“, betonte der Hauptgeschäftsführer der IHK Nord Westfalen heute in Münster.

Bei der LVM Versicherung zog Karl-Friedrich Schulte-Uebbing eine erste Bilanz der IHK-Aktion „Nord-Westfalen. Doppelt stark.“, die vor gut einem Jahr begann. 263 Betriebe nehmen an der Aktion teil. „Jetzt geht es darum, auch alle angebotenen Plätze zu besetzen“, forderte der Hauptgeschäftsführer die Abiturienten auf, sich auf die Extra-Lehrstellen zu bewerben. „Ganz wichtig: Vorhandene Ausbildungsstellen für Haupt- und Realschüler sind durch die Initiative nicht weggefallen“, versicherte Schulte-Uebbing.

In Münster beteiligen sich 53 Unternehmen an der IHK-Initiative. Von den zugesagten 169 zusätzlichen Lehrstellen sind 43 bereits besetzt. Aus gutem Grund präsentierte Schulte-Uebbing die Zahlen in der LVM Versicherung. Denn mit zwölf Extra-Lehrstellen am Standort Münster stellt die LVM die meisten aller beteiligten münsterschen Betriebe. „Nachwuchsförderung ist eines unserer zentralen Zukunftsthemen“, begründete Guido Hilchenbach, Leiter der Abteilung Personal bei der LVM Versicherung, das hohe Ausbildungsengagement. Als wachsendes Unternehmen habe die LVM auch bedingt durch den demografischen Wandel großen Bedarf an jungen Fachkräften für den Innen- und Außendienst. 850 jungen Leuten biete das Unternehmen in der Direktion in Münster und den bundesweit vertretenen LVM-Agenturen „eine Ausbildung auf höchstem Niveau und gleichzeitig beste Übernahmechancen“, so Hilchenbach. „Wir investieren viel in Ausbildung, weil wir überzeugt sind, dass sich diese Investition für die LVM lohnt.“

Die LVM bildet in folgenden Berufen aus: Kaufmann /Kauffrau für Versicherungen und Finanzen, Duales Studium Versicherungswirtschaft, Duales Studium IT, Köchin/Koch und Hauswirtschafterin.

Ausbildung sei der beste Weg, dem Fachkräftemangel zu begegnen, unterstrich IHK-Hauptgeschäftsführer Schulte-Uebbing. Die angehenden Abiturienten, die sich bereits entschieden haben, im Sommer eine Ausbildung zu starten, beglückwünschte er: „An den Hochschulen wird es nach der Verabschiedung des Doppel-Abiturjahrgangs zweifelsohne voll“, prognostizierte er und machte klar: „Abiturienten müssen nicht immer studieren, um Karriere zu machen.“

Es gebe allein 150 IHK-Ausbildungsberufe, von denen die allermeisten auch für Abiturienten ein stabiles Fundament und hervorragende Perspektiven für ein erfolgreiches Berufsleben bieten – mit oder ohne anschließendes Studium. Schließlich suchten die mittelständischen Betriebe in der Region laut einer aktuellen IHK-Studie zukünftig vor allem Fachkräfte aus der beruflichen Aus- und Weiterbildung. „Fachwirte und Industriemeister statt Bachelor heißt das im Klartext“, sagte Schulte-Uebbing.

Diese Erkenntnis sei aber leider nicht bei jedem Gymnasium angekommen. „Bislang findet in Gymnasien häufig eine reine Studienorientierung statt“, kritisiert Schulte-Uebbing. Abiturienten rät er, „sich noch einmal die eigenen Talente und Stärken bewusst zu machen“. Eine zeitlich überschaubare, sogar auf zwei Jahre verkürzbare Lehre könne für Abiturienten bessere Karriereperspektive bieten als ein unmotiviertes Studium im womöglich überfüllten Hörsaal.

Mit der begleitenden Kampagne „Schock Deine Eltern! Mach erstmal ’ne Lehre.“ werbe die IHK darum seit Monaten intensiv für eine betriebliche Ausbildung. Und: „Wer nach der Lehre immer noch studieren möchte, kann das auch tun“, sagte Schulte-Uebbing. Zudem gebe es ein umfangreiches Angebot von berufsbegleitenden Studiengängen.

Als Abschluss der Initiative „Nord-Westfalen. Doppelt stark.“ veranstaltet die IHK am 11. Juli das 3. Azubi -Speed-Dating im Messe- und Congress Centrum Halle Münsterland in Münster. Zehn Minuten haben dabei Jugendliche Zeit, sich bei einem Unternehmen zu präsentieren und selbst einen Eindruck vom möglichen Arbeitgeber zu gewinnen. Bis zu zehn Vorstellungsrunden kann ein Schüler an einem Nachmittag schaffen.

(Redaktion)


 


 

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