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  • 23.10.2013, 10:37 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Ehemalige Wyeth-Mitarbeiter

Global unterwegs mit dem eigenen Unternehmen

Udo Wehkamp und Michael Völkert bleiben dabei, ihr Weg in die Selbstständigkeit war vor drei Jahren der richtige Schritt. Eigentlich schwebte ihnen dieser Weg schon lange vor, doch beide waren damals in der IT von Wyeth Pharma beschäftigt. Als das Unternehmen an Pfizer verkauft wurde, nutzten die Informatik- Spezialisten ihre Chance und gründeten Amerdis. Ein Kunstname mit Inhalt.

Der 49-jährige Udo Wehkamp, damals Chef der IT-Abteilung von Wyeth, und der 51-jährige Michael Völkert, Leiter der Softwareabteilung, kümmern sich seitdem um ihr eigenes Business rund um IT-Beratungs- und Dienstleistungsfragen.

Ihr Weg ins Büro hat sich nicht verändert. Auch nicht ihr Team, das einst bei Wyeth schon zusammengearbeitet hat, ist nach wie vor mit an Bord. Fünf ehemalige ITler von Wyeth – heute gehören zwei Neue dazu.

Amerdis hat sich im ehemaligen Wyeth-Gebäude am Schleebrüggenkamp eingemietet. Inzwischen wurde die Immobilie von den Nachbarn gekauft, von der Firma Haupt.

Wenn nötig 24/7 im Einsatz

Amerdis streckt seine Fühler von Anfang an in die Pharmabranche aus, darüber hinaus ist das Unternehmen aber in so gut wie allen Branchen unterwegs. „Eine Lernphase der Selbstständigkeit haben wir durchschritten“, sagen Udo Wehkamp und Michael Völkert. „Uns fehlt nur der soziale Wattebausch drum herum“, sagt Wehkamp. Mit Steuern, Finanzen und aktiver Akquise haben sie es heute zu tun und gelernt, Kompetenz in allen Bereichen zu entwickeln. „Man muss das Heft in der Hand halten“, sagt der 49-jährige Udo Wehkamp. „Von festen Arbeitszeiten haben wir uns schon vorher verabschiedet“, fügt Michael Völkert hinzu. Wenn es notwendig sei, „dann sind wir auch sieben Tage in der Woche jeweils 24 Stunden im Einsatz“.

Amerdis hat sich in der Pharma-Industrie etabliert. Weltweite Geschäfte seien kein Problem. Ihr Vorteil sei es, dass sie schon zu Wyeth- Zeiten gewohnt waren, global zu arbeiten. Video-Konferenzen sparten Geld und Zeit. Diese Kenntnisse überträgt Amerdis auf den Mittelstand und die Großindustrie. Mit dabei ist eine interaktive Präsentation, die das münsterische Unternehmen entwickelt hat.

„Die Beratung des Mittelstandes, wie er sich in einer digitalen Welt bewegen kann, das hat Zukunft.“ 

Wehkamps Beispiel: Der Außendienstler eines Aufzugsunternehmens ist beim Auftraggeber und klärt vor Ort Fragen. Mit Hilfe von elektronischen Medien schaltet er sich sofort auf die nun digitalisierten Schaltpläne des Aufzugs ein. Oder Handwerker, die bei ihren Auftraggebern Maß nehmen, können gleich zeigen, wie die neuen Fenster aussehen würden. Sie nehmen Maß und liefern in einem Rutsch alle Produktinfos. Oft genug, erklärt Michael Völkert, scheiterten in der Vergangenheit Aufträge an mangelhaften Auftragsbearbeitungen und Fehlern. Völkert hebt die direkte Verbindung zu den Firmen hervor. „Die Beratung des Mittelstandes, wie er sich in einer digitalen Welt bewegen kann, das hat Zukunft.“ Der Mittelstand merke, dass er investieren muss, betont Udo Wehkamp. Der Investitionsdruck wachse in Zeiten der digitalen Welt, die er als extrem wichtig bezeichnet.

Amerdis baut Brücken vom Kunden in die digitale Welt. So geschehen im ehemaligen Logistikzentrum von Wyeth am Hessenweg, das heute zum Unternehmen Fiege gehört. Dort dokumentierte Amerdis vorab alle Arbeitsschritte, die notwendig sind, um das Logistikzentrum optimal zu führen. „Das war für uns wie eine Rückkehr“, so Wehkamp.

(Redaktion)


 


 

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