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  • 03.02.2015, 09:06 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Ehrgeizige Expansionspläne

Kratzer nach turbulentem Jahr bei Agravis

Die Ukraine-Krise, extrem schwankende Getreidepreise, der Mindestlohn und, und, und ... – „so turbulent war noch kein Jahr, seit ich 2004 die Agravis-Spitze übernommen habe“, zeigt sich Vorstandschef Dr. Clemens Große Frie im Gespräch sicher.

Auch in der Bilanz des zweitgrößten deutschen Handelskonzerns mit Sitz in Münster und Hannover haben die instabilen Rahmenbedingungen leichte Spuren hinterlassen: Der Umsatz sank – vorläufigen Berechnungen zufolge – um drei Prozent auf 7,25 Milliarden, doch der Absatz legte drei Prozent zu. Der Vorsteuer - Gewinn (zur Vorsteuer Definition) erreichte den Vorjahreswert von 52 Millionen indes nicht. „Über 40, aber unter 50 Millionen Euro dürften wir landen“, prognostiziert Große Frie, verweist aber ansonsten auf die offizielle Bilanzvorlage am 12. März.

Der Vorstandsvorsitzende ist dennoch zufrieden: „In fast allen Bereichen haben wir Super-Ergebnisse erzielt.“ Zwei größere Probleme gab es: den Rubel-Verfall im Zuge der Ukraine-Krise („der hat uns die eine oder andere Million gekostet“) und das Auf und Ab der Getreidepreise. „Ohne diese Effekte hätten wir ein Rekordergebnis erzielt“, so Große Frie. Das Ziel der einprozentigen Umsatzrendite wäre ohne diese Turbulenzen erreicht worden, versichert der Agravis-Chef. Doch Große Frie verliert das Ziel nicht aus den Augen. „Acht Milliarden Umsatz, 80 Millionen Gewinn“, so lautet die Zielmarke des Konzerns, das spätestens 2018 erreicht werden soll.

 „Wir brauchen ein homogenes Wachstum in alle Himmelsrichtungen.“

Trotz aller Marktturbulenzen steht Agravis solide da: „Im reinen Agrarhandelsgeschäft dürften wir in Deutschland Marktführer sein“, zeigt Große Frie Selbstbewusstsein.

Und der Agravis-Chef hofft schon kurzfristig auf einen neuen Expansionsschub. Zusammen mit dem dänischen Partner DAVA hatte Agravis im Oktober das Agrarhandelsgeschäft der Getreide AG mit Sitz in Rendsburg gekauft. Umsatzvolumen: eine Milliarde . „Für spätestens Mitte April bekommen wir die Zustimmung des Kartellamts“, glaubt Große Frie. Der Chef der neu entstehenden Firma, die bislang noch keinen Namen hat, werde von Agravis kommen, verrät der Vorstandschef – und das, obwohl die Münsteraner nur einen Unternehmensanteil von 25 Prozent halten. „Der Name ist aber noch nicht spruchreif.“ Allianzen zu schmieden, ist Große Fries Leidenschaft. „Wir brauchen ein homogenes Wachstum in alle Himmelsrichtungen.“

(Jürgen Stilling, WN)


 


 

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