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  • 05.06.2013, 10:04 Uhr
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  • Münster
Eintägiger Verdi-Warnstreik

Karstadt, Galeria Kaufhof und Esprit bestreikt

Aufgerufen durch die Gewerkschaft Verdi traten in Münster rund 70 Mitarbeiter des Kaufhauses Karstadt, der Galeria Kaufhof und einer Esprit-Filiale mit Beginn der Frühschicht in einen Warnstreik. Der Streik dauerte den ganzen gestrigen Dienstag an.

Mit Transparenten und Trillerpfeifen zogen die Beschäftigten des Einzelhandels durch die Ludgeristraße und die Stubengasse und machten lautstark ihre Forderungen nach mehr Lohn deutlich.

Aufgerufen zu dem Warnstreik hatte Verdi, die Dienstleistungsgewerkschaft. Diese protestierte damit gleichzeitig gegen die Kündigung des Manteltarifvertrages der Branche. Kritik gab es auch an der Ankündigung des Karstadt-Konzerns, einen möglichen Tarifabschluss nicht an die Beschäftigten weiterzugeben.

„Wir wollen eine vernünftige Lohnerhöhung , wo mindestens eine Drei vor dem Komma steht“, forderte Verdi-Sekretärin Gaby Beuing unter dem Beifall der Streikenden. Wenn es am selben Tag bei den Verhandlungen in Recklinghausen keine Vorschläge gebe, „kommen wir diese Woche wieder“, kündigte Beuing an. Dann lud sie die Teilnehmer zu einer Stärkung ein und schickte sie in den „Streik-Feierabend“.

Der eintägige Ausstand war erst kurzfristig angekündigt worden, um seine Wirkung nicht zu schmälern. Streikposten informierten die Bediensteten, als sie am Morgen zu ihren Arbeitsstellen kamen.

Die großen Kaufhäuser öffneten dennoch pünktlich. Durch die reduzierte Besetzung kam es zu geringfügigen Beeinträchtigungen des Geschäftsbetriebs, schilderten die Geschäftsführer Jörg Pantenburg (Kaufhof) und Thomas du Buy (Karstadt). Zum Beispiel waren nicht immer alle Kassen besetzt. Die gewohnten Öffnungszeiten bis um 20 Uhr gerieten dennoch nicht in Gefahr.

Verdi fordert 6,5 Prozent

Die Gewerkschaft Verdi fordert für die rund 426.000 sozialversicherungspflichtig Beschäftigten sowie die rund 231.000 geringfügig Beschäftigten im nordrhein-westfälischen Einzelhandel 6,5 Prozent, mindestens 140 Euro mehr Gehalt und Lohn. Für Auszubildende fordert die Gewerkschaft 140 Euro mehr im Monat. Die Laufzeit des neuen Tarifvertrages soll zwölf Monate betragen.

(Uwe Wahlbrink)


 


 

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