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  • 27.12.2013, 08:51 Uhr
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  • Münster
Einzelhandel

Kaufkraftverlagerung in Richtung Internet

Alle Jahre wieder erlebt Münster ein Phänomen der besonderen Art. Von Mitte November bis Weihnachten befindet sich die City in adventlichem Belagerungszustand, doch in der Bilanz der Kaufleute heißt es dann: Der Umsatz war ordentlich, aber nicht überragend.

Wie ist das zu erklären? Sollen die ohnehin dichten Menschentrauben auf den Bürgersteigen noch dichter werden, damit die Einzelhändler endlich mal zufrieden sind? Oder steht das viel zitierte „Weihnachtsgeschäft“, das für die City-Kaufleute von besonderer Bedeutung ist, auf der Kippe, weil die Münster-Besucher stundenlang flanieren, aber nicht kaufen?

Zu den Menschen, die sich intensiv mit dieser auseinanderklaffenden Schere beschäftigen, gehören Matthias Lückertz vom Verein der Kaufmannschaft zu Münster sowie Michael Radau vom Einzelhandelsverband Westfalen-Münsterland. Sie bestätigen zunächst einmal eine wichtige Beobachtung: Eine hohe Passantenzahl bedeutet noch lange keinen hohen Umsatz.

Ursache hierfür sei nicht zuletzt die Kaufkraftverlagerung vom stationären Einzelhandel zum Onlinehandel. „Dem müssen wir uns stellen“, so Lückertz. Radau ergänzt: „Waren vorzuhalten, genügt nicht mehr.“ Zugleich warnen aber beide davon vor, falsche Schlussfolgerungen zu ziehen.

„Frequenz ist nicht alles, aber ohne Frequenz ist alles nichts“, so Lückertz. Will sagen: Eine attraktive Stadt wie Münster lockt nicht nur mit Geschäften, sondern auch mit Museen, Kirchen und historischen Gebäuden. Aber nur wenn dieses „Gesamtpaket“ stimmt, so der Vorsitzende der Kaufmannschaft, komme auch der Einzelhändler auf seine Kosten.

Auch für Michael Radau bringt der Einzelhandel in Münsters Innenstadt beste Voraussetzungen mit, um sich gegen den wachsenden Onlinehandel behaupten zu können. Wichtig dafür sei es, die Kunden immer wieder zu überraschen und sie emotional zu binden.

Und noch ein Thema gehört für die beiden Wirtschaftsvertreter auf die Tagesordnung: und zwar die Frage nach den Ladenmieten. „Die Schraube darf nicht überdreht werden, sonst bekommen wir ein Problem“, appelliert Radau an die Eigentümer.

(WN)


 


 

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