Weitere Artikel
  • 14.05.2013, 10:42 Uhr
  • |
  • Münster
Eissporthallen-Gelände

Neubau einer "Studenten-Arena" mit integriertem Burger King

Die Pforten der Eissporthalle an der Steinfurter Straße sind für immer geschlossen. Das 14.000 qm große Areal hat die Firma Leoland für drei Millionen Euro gekauft und plant dort nach eigenen Angaben die „größte bisher bekannte studentische Wohnanlage Deutschlands“. Wenn die Kommunalpolitik mitspielt soll Anfang 2014 gebaut werden.

Der Clou bei dem Bauvorhaben: Die bis zu 500 voll eingerichteten Wohneinheiten sollen in ihrer „Face to Face-Architektur“ laut Projektentwickler Heijo Bierbaum „ein soziales Netzwerk in 3D werden – ein gebautes Facebook für die Online-Generation“. Die gesamte Anlage wird auf moderne Kommunikationsmöglichkeiten ausgerichtet sein. So sollen sich die Türen mit dem Smartphone öffnen lassen. Wenn man sich einloggt, soll sichtbar werden, dass man zu Hause ist. „Wir wollen sämtliche Chancen, die die Digitalisierung bietet, nutzen“, sagt Bierbaum.

Die modernen Wohnungen sollen alle gleich groß sein (21 Quadratmeter) und gleich eingerichtet werden. Kalkuliert wird mit 400 Euro warm – ein Mietpreis, der laut Bierbaum in Abstimmung mit dem Studentenwerk entstanden sei.

Zweimal hat sich die Politik in nichtöffentlicher Sitzung bereits mit den Plänen beschäftigt – und bislang grundsätzlich grünes Licht für die Wohnanlage „Leo“ gegeben, die ihren Namen vom benachbarten Leonardo- Campus ableitet.

Rundbauweise mit bis zu 6 Geschossen

Bierbaum, Geschäftsführer von Leoland und Inhaber des in Münster ansässigen Unternehmens Promotex, bestätigt, dass er mit der Stadtverwaltung im engen, fortgeschrittenen Kontakt sei. Danach soll die studentische Wohnanlage in Rundbauweise mit bis zu sechs Geschossen entstehen. Im Inneren dieser „Studenten- Arena“ sei ein grüner Kommunikationshof vorgesehen.

Die 30 Jahre alte Eishalle wird abgerissen; der benachbarte „ Burger King“ integriert. In den Stockwerken darüber soll ein „Boardinghouse“, ein Hotel mit Drei- Sterne-Niveau für Kurzzeitbewohner aus dem Uni-Umfeld, entstehen. Die Vermietung will die Firma Leoland übernehmen.

Bierbaum hatte im vergangenen Frühjahr mit seiner Vision von studentischem Wohnen auf schwimmenden Pontons im Stadthafen II für Aufsehen gesorgt. Nachdem sich das Leben auf dem Wasser nicht realisieren ließ, entwickelte er die „Leo“-Pläne.

Alte Kühltechnik

Der „Eispalast“ hat laut Bierbaum einen sichtbaren Investitionsstau. Ein Problem sei die Ammoniak- Kühltechnik, die zwar noch erlaubt, aber durch die Überalterung der Rohre „eine Zeitbombe“ sei. Unter der 1.800 Quadratmeter großen Eisfläche seien 6.000 Meter Leitungen verlegt, durch die das ätzende Gas zirkuliere. „Diese können nicht überprüft werden, weil sie in einem Betonbett liegen“, so Bierbaum. In Süddeutschland hatte es mehrere Ammoniak-Unfälle in Eishallen gegeben.

(Ralf Repöhler)


 


 

Heijo Bierbaum
Studenten-Arena
Wohnanlage
Eishalle
Quadratmeter
Leoland

Passende Artikel suchen

Finden Sie weitere Artikel zum Thema "Heijo Bierbaum" - jetzt Suche starten:

Entdecken Sie business-on.de: