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  • 08.12.2014, 06:15 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Employer Branding

Arbeitgeber sollten Gutes tun und darüber reden

Im Wettbewerb um die besten Köpfe sollten sich Unternehmen verstärkt als attraktive Arbeitgeber positionieren und ihre Stärken kommunizieren. Das ist das Ergebnis einer Studie zum Employer Branding.

Insbesondere für mittelständische Unternehmen gewinnt Employer Branding – also das Stärken der Arbeitgebermarke – an Bedeutung. Davon ist die Hamburger Medienagentur Oberwasser überzeugt, die in einer Studie untersucht hat, wie intensiv sich der deutsche Mittelstand für seine Selbstvermarktung einsetzt und wie er seine Stärken als Arbeitgeber kommuniziert. Demnach bestehe selbst bei besonders fortschrittlichen Unternehmen Nachholbedarf beim Arbeitgeber- Marketing. So verfügten zwar die meisten dieser Unternehmen über eine Karriereseite (85 Prozent), aber nicht einmal jedes fünfte (18 Prozent) betreibe dort auch Employer Branding. Meist würden unter den Reitern „Karriere“ oder „Jobs“, die eigentlich auf weitergehende Informationen hindeuten, nur die offenen Stellen annonciert.

In fast allen Kriterien, die zu einer gelungenen, modernen Employer-Branding- Kommunikation gehörten, seien die Unternehmen unterdurchschnittlich aufgestellt, heißt es in der Pressemitteilung der Agentur weiter. Das betreffe sowohl die Inhalte – also Themen wie Arbeitsplatz- Flexibilität, Karrierechancen oder betriebliche Benefits – als auch die Kommunikationsformen wie der Einsatz von Videos, Downloads oder Interaktionen.

Familienfreundlichkeit und Flexibilität

So würden Work-Life-Balance-Themen – ein immer wichtiger werdender Faktor bei der Auswahl eines Unternehmens – nur auf 15 Prozent der Karriere-Sites behandelt. Vor allem für gut ausgebildete Frauen könnten Informationen über flexible Arbeitszeiten, Home-Office-Modelle, Teilzeit oder Betriebskindergärten entscheidende Argumente sein. Es sei davon auszugehen, dass es in sehr viel mehr Unternehmen derartige Angebote gebe. Wer sie jedoch nicht kommuniziert, vergebe die Chance, Fachkräfte für sich zu gewinnen, für die Familienfreundlichkeit und Flexibilität eine Rolle spielten, so das Fazit der Agentur.

Standortqualitäten spielten außerdem nur auf elf Prozent der Karriere-Sites eine Rolle. Ein weiteres wichtiges Kriterium für potenzielle Bewerber könnten betriebliche Benefits wie Betriebsrenten oder ÖPNV-Tickets sein, die viele Unternehmen ihren Mitarbeitern anbieten. Aber nur jedes vierte informiert potenzielle Bewerber darüber auf seiner Job- und Karriereseite.

Formale Präsentation verbesserungsfähig

Nicht nur von den Inhalten her, auch formal scheint selbst der innovative Mittelstand laut der Studie nur selten auf der Höhe der Zeit zu sein. Etwa beim Einsatz von Bewegtbildern: Lediglich 17 Prozent stellen Imagefilme auf ihre Karriere-Sites. Bei Testimonials sieht es noch schlechter aus: In nur vier Prozent der Fälle werden Mitarbeiter mit ihren Einschätzungen im Video vorgestellt. Fehlanzeige auch bei interaktiven Elementen, Social-Media- Formaten oder dem schlichten Angebot von Downloads: Kommunikationsformen, die für junge, sehr gut ausgebildete Fachkräfte der Generation Y selbstverständlich sind, finden auf Karriereseiten des deutschen Mittelstands praktisch nicht statt.

„Bei Karriere-Websites ist noch viel Luft nach oben“, bilanziert Oberwasser- Gründer Walter Dreher. Bei der Professionalisierung ihrer Employer- Branding-Auftritte sollten sich Firmen aber Zeit lassen, findet Mitbegründer Axel Kintzinger: „Der Arbeitsmarkt für qualifizierte Mitarbeiter hat sich längt in die digitale Welt verschoben – und genau dort müssen Unternehmen auf die neuen Bedürfnisse der Talente von heute eingehen.“

(Redaktion)


 


 

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