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  • 15.04.2015, 16:26 Uhr
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  • Münsterland / Kreis Borken
Ende eines Naturdenkmals

Weit über 300 Jahre alte Linde am Kalvarienberg in Ahaus muss gefällt werden

Die Linde am Kalvarienberg südlich des Adenauerrings in Ahaus muss gefällt werden. Das weit über 300 Jahre alte Naturdenkmal ist stark geschädigt.Die Standsicherheit wäre nicht mehr gewährleistet, wenn der Baum nun im Frühjahr erneut austreibt.

Um die Verkehrssicherheit weiter sicherzustellen, wird die Linde daher am kommenden Dienstag (21. April) durch die Firma Stöteler aus Ahaus-Wüllen beseitigt.

„Ein altes Sprichwort besagt für Linden, dass sie 300 Jahre wachsen, 300 Jahre stehen und 300 Jahre vergehen“, erläutert Christina Waterkamp aus dem Fachbereich Natur und Umwelt des Kreises Borken. Für die Linde am Kalvarienberg mit einem Stammumfang von über sieben Metern und einem Alter weit über 300 Jahren würde dies sicherlich auch zutreffen, wenn sie nicht direkt an der Straße stehen würde. Vielen Generationen von Ahauserinnen und Ahausern ist diese Linde als eindrucksvoller Baum bekannt, aber mit dem Alter nehmen leider auch die „Leiden“ zu, erläutert Waterkamp.

Bereits in den 1980er-Jahren wurden baumchirugische Maßnahmen durchgeführt. Weitere folgten Anfang 2001 mit dem Einkürzen der Krone sowie 2009 mit dem Anbringen der Seilverankerung zur Stabilisierung der Standsicherheit. Hauptverursacher der „gesundheitlichen“ Schäden der Linde sind holzzersetzende Pilze, die bereits das südliche Segment des Stammes zersetzt haben, so dass der Baum hohl ist. Das ist für eine Linde diesen Alters nichts ungewöhnliches, denn die ältesten bekannten Linden im Alter von über 1000 Jahren stehen seit mehreren hundert Jahren ohne Kernholz.

Mit diesen bekannten Schäden, mehreren Feuern im Innern des Baumes und den zusätzlichen Astausbrüchen im vergangenen Winter auf der statisch hochbelasteten Zugseite des Stammes sind Beeinträchtigungen verbunden, die die Standsicherheit bei einem erneuten Austreiben des Baumes nicht mehr garantieren können. Dies bestätigt das eigens in Auftrag gegebene Baumgutachten eines öffentlich bestellten Sachverständigen.

Da es sich bei dem Standort der Linde um einen landeskundlichen und naturgeschichtlichen Ort handelt, wird der Versuch unternommen, aus den austreibenden Stockausschlägen wieder einen Baum zu ziehen. Dies würde dazu beitragen, das Erbmaterial der alten Linde zu erhalten und ein Fortbestehen des Baumes am historischen Standort – vielleicht für die nächsten 300 Jahre – sichern. Zur Wiederherstellung des Ortsbildes und zur Minimierung der Eingriffe werden am Kalvarienberg zwei neue Linden gepflanzt. Die Kosten der Fäll- und Pflanzmaßnahmen werden zu gleichen Teilen von der Stadt Ahaus sowie dem Kreis Borken übernommen.

Der Heimatverein Ahaus hat Interesse an einer Baumscheibe der alten Linde bekundet, so dass nach einer entsprechenden Aufbereitung die Mächtigkeit des Baumes dauerhaft dokumentiert werden kann.

(Kreis Borken)


 


 

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