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  • 26.06.2013, 09:17 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Energiewende

Förderung des Ökostroms über das EEG nicht mehr akzeptabel

Das größte Risiko der näheren Zukunft? Für Michael Hüther ist das nicht „Europa“ und die Euro-Krise. „Es ist die Energiewende“, betonte der Direktor des Instituts der Deutschen Wirtschaft Köln (IW) am Dienstag bei der Jahresversammlung des Verbandes Münsterländischer Metallindustrieller in Münster.

Die Förderung des Ökostroms über das Erneuerbare- Energien-Gesetz (EEG) sei zu einer „Subventionsmaschinerie“ geworden, die nicht mehr akzeptabel sei – wie einst die EU-Agrarpolitik. Habe ein Haushalt im Jahr 2000 etwa 8 € für Ökostromförderung gezahlt, so seien es inzwischen 216 € je Haushalt und Jahr, sagte Hüther. Und: Es werde hier von unten nach oben zu den Immobilienbesitzern mit Solaranlagen umverteilt.

Er sei „relativ sicher“, dass es nach der Bundestagswahl eine EEG-Reform geben werde, sagte Hüther. Er sieht durch die Ökostromförderung inzwischen das „Geschäftsmodell Deutschland“ bedroht. Schließlich gehöre die Grundstoffindustrie (etwa Aluminiumhütten) zur Wertschöpfungskette in Deutschland hinzu. Und gerade hier werde bereits seit mehr als zehn Jahren zu wenig reinvestiert.

Zweite große Herausforderung: der Fachkräftemangel. Deutschland könne es sich nicht mehr leisten, aus jedem Jahrgang 15 Prozent erst nachsteuernd mit viel Förderung in den Arbeitsmarkt zu bringen. Zudem dürfe die Politik nicht ständig an der „Rente mit 67“ rütteln, sie sei das „Mindeste“ bei der Lebensarbeitszeit. Und auch über eine längere Jahresarbeitszeit – wie etwa in der Schweiz – müsse nachgedacht werden.

Derweil hat sich die 2012 eingetrübte Konjunkturlage der Metall- und Elektrobetriebe des Münsterlandes im ersten Quartal 2013 nicht verbessert, wie am Rande der Versammlung deutlich wurde. Saisonbereinigt sei die bereits 2012 im Vergleich zum Vorjahr gesunkene Produktionsleistung im ersten Quartal nochmals um 0,5 Prozent zurückgegangen. Gegenüber dem 1. Quartal 2012 habe das Produktionsminus damit bei 5,4 Prozent gelegen. „Erheblich“ betroffen seien vor allem Automobilzulieferer. Die vereinbarten Lohnerhöhungen sahen die Verbandsunternehmen daher kritisch.

(Redaktion)


 


 

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