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  • 19.11.2013, 11:37 Uhr
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  • Münsterland / Kreis Borken
Energiewirtschaft

Energiezukunft? Gemeinsam bewegen!

Der Kreis Borken ist gut aufgestellt für die Energiewende, doch gilt es, den Blick auch auf die Risiken und besonderen Herausforderungen zu werfen. Damit eine Energiewende gelingen kann, bedarf es der engen Zusammenarbeit aller Akteure und einer Strategie, bei der viele kleine Projekte realisiert werden können.

Die Energiewende ist auch eine enorme Chance, neue Arbeitsplätze zu schaffen, wie sich bereits heute im Kreis Borken abzeichnet. Dieses Fazit konnte am Ende eines informativen Veranstaltungsabends nach Expertenvorträgen und einer aufschlussreichen Diskussionsrunde mit Landrat Dr. Kai Zwicker, Karl-Heinz-Siekhaus (Geschäftsführer der Stadtwerke Ahaus GmbH) und Prof. Dr.-Ing. Wetter von der Fachhochschule Münster gezogen werden.

Rund 150 Unternehmen nutzten auf Einladung der Stadtwerke Ahaus, der Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH (WFG) und des Kreises Borken die Gelegenheit, sich im Cinema-Center in Ahaus in verschiedenen Vorträgen zu Energieeffizienz-Impulsgesprächen und den Möglichkeiten der Energiesteuerrückerstattung zu informieren. So stellte Annett C. Kraushaar, Geschäftsführerin und Projektleiterin des RKW Rationalisierungs- und Innovationszentrum der Deutschen Wirtschaft e.V., dar, wie sich unentgeltliche "Energieeffizienz-Impulsgespräche" für einen ersten qualifizierten Einstieg nutzen lassen, um Energieeffizienzsteigerungen in Unternehmen zu erzielen. Bereits über 90 Mal wurden Energieeffizienz-Impulsgespräche, für die die WFG Regionalpartner ist, seit Anfang 2012 im Kreis Borken geführt. Damit, so Annett Kraushaar, fallen allein 25 Prozent der NRW-weit umgesetzten Energieeffizienz-Impulsgespräche auf den Kreis Borken. Immer, so die Erfahrung, lassen sich dabei durch den neutralen Blick von außen erste Maßnahmen aufdecken, die in Betrieben ohne große Investitionen zu erheblichen Energiekostenersparnissen führen. Dies bestätigte auch Bernd Oing, Inhaber der Druckerei Oing Druck in Südlohn, in seinem Praxisbericht. Wie Oing Druck gibt es gerade im Kreis Borken vor allem kleine und mittelständische Unternehmen, für die das geförderte Beratungsangebot von Interesse sein kann.

Dr. Ing. Heiner Claus Hollekamp, Inhaber des Ingenieurbüros HCH, erläuterte in seinem Vortrag verschiedene Systeme zur Dokumentation eines Energiemanagementsystems, die Unternehmen bis Ende 2014 einführen müssen, um ihre Steuerrückerstattungsansprüche zu wahren. Bei der Umsetzung eines solchen Systems greifen Zuschüsse der KfW und des BAFA (Bundesamt für Wirtschaft und Ausfuhrkontrolle).

Zukunft der Energieversorgung im Münsterland

Für eine Energiewende ist weiteres Umdenken in vielen Handlungsfeldern erforderlich. Das machte Prof. Dr. Christof Wetter in seinem Vortrag "Die Zukunft der Energieversorgung im Münsterland" deutlich. Er warnte vor allem vor einer zu hohen Energieimportabhängigkeit. Gleichzeitig zeigte er auf, dass die Potenziale für eine Energieautarkie regional durchaus vorhanden seien. Dabei gelte es mit erster Priorität, Energieeinsparungen zu realisieren, Energieeffizienzpotenziale ausfindig zu machen und erst dann die Entwicklung einer nachhaltigen Energieversorgung in den Sektoren Strom, Wärme und Mobilität mit erneuerbaren Energien voran zu treiben. Das Münsterland und auch der Kreis Borken seien dabei gut aufgestellt. So ist der prozentuale Anteil des Kreises Borken an der im Münsterland eingespeisten Energie aus erneuerbaren Energien am höchsten, gefolgt von den Kreisen Steinfurt, Warendorf und Coesfeld sowie der Stadt Münster. Diese regenerative Energie wird vor allem mit Windkraft-, Biogas- und Photovoltaikanlagen erzeugt. Mit Blick auf die Energiewende betonte Christof Wetter, dass im Kreis Borken durchaus weitere Wertschöpfung möglich sei. Ziel müsse dabei sein, die Effizienz bestehender Anlagen zu steigern, statt neue zu bauen.

Mehrere tausend Arbeitsplätze sind bereits entstanden

"Dass 'Energie' ein zentrales Zukunftsthema ist, wird auch daran deutlich, dass bei der REGIONALE 2016 allein 15 Projekte dazu eingereicht wurden. Überdies gibt es beispielsweise das Klimaschutzkonzept des Kreises Borken und das Projekt Ökoprofit. Mehrere tausend Arbeitsplätze sind bereits im Bereich regenerativer Energien im Westmünsterland entstanden. Die Kommunen verstehen sich dabei als Kümmerer. Sorge macht allein der Faktor Zeit, aber prinzipiell sind wir gut aufgestellt", resümierte Landrat Dr. Kai Zwicker in der abschließenden Diskussionsrunde. "Auch wir stellen uns heute bereits auf eine veränderte Energiezukunft ein, die ein Kapazitätsmarkt sein wird - durch umfangreiche Investitionen in die Netze, intelligente Lösungen und neue Service-Angebote", ergänzte Karl-Heinz-Siekhaus.

(Redaktion)


 


 

Dr. Kai Zwicker
Karl-Heinz-Siekhaus
Prof. Dr.-Ing. Wetter
Annett C. Kraushaar
Bernd Oing
Dr. Ing. Heiner Claus Hollekamp
Prof. Dr. Christof Wetter
Stadtwerke Ahaus GmbH
Fachhochschule Münster
Wirtschaftsförderungsgesellschaft für den Kreis Borken mbH
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