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  • 02.12.2013, 09:39 Uhr
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  • Münster / Münsterland
Entwicklung des RWGV

Weitere Fusionen geplant?

Bewegte Zeiten für den Rheinisch-Westfälischen Genossenschaftsverband (RWGV). Nach dem Teilumzug des Verbandes nach Düsseldorf, wo sich der Vorstand mehr politischen Einfluss verspricht, machen angebliche Fusionspläne die Runde.

Verschmelzungspartner des RWGV, dessen Verbandsgebiet Nordrhein-Westfalen und den Norden von Rheinland-Pfalz umfasst, soll der in Neu-Isenburg bei Frankfurt und in Hannover ansässige „Genossenschaftsverband e.V.“ sein.

Dieser mächtige Regionalverband, der erst kürzlich den notleidenden Mitteldeutschen Genossenschaftsverband unter sein Dach nahm, betreut schon heute 2.400 genossenschaftliche Unternehmen in 13 Bundesländern. Mit ihm und dem RWGV bestehen nur noch in Bayern, Baden-Württemberg und im Bereich Weser-Ems (Oldenburg) Regionalverbände.

„Keine offiziellen Gespräche“

„Es gibt keine offiziellen Gespräche in diese Richtung“, sagte auf Anfrage Asmus Schütt, Sprecher des RWGV. Er bestätigte aber, dass die Regionalverbände bei den Dienstleistungen für ihre Mitglieder – von der Pflichtprüfung bis zur Interessenvertretung – natürlich auch über Arbeitsteilung sprechen. Schütt: „Wir tragen zum Beispiel gemeinsam mit Baden-Württemberg das Projekt ,Schülergenossenschaften‘.“

Doch es gibt neben solchen Jugendprojekten auch eine zu Jahresanfang vorgestellte Kooperation des RWGV mit der Warth & Klein Grant Thornton. Der RWGV und die Wirtschaftsprüfungsgesellschaft haben ein Gemeinschaftsunternehmen gegründet, das Mitgliedern internationale Prüfungs- und Beratungsleistungen anbietet. Und: Dieses Joint Venture ist ausdrücklich offen für die anderen Regionalverbände, die in ihren Reihen international tätige genossenschaftliche Unternehmen haben.

Indizien für Fusions-Pläne

Für Beobachter ein Indiz, dass die Strategie der Genossenschaftsverbände auf Dauer in Richtung Zusammenschluss führt. Eine wichtige Rolle in so einem Prozess hat der Bundesverband der Deutschen Volksbanken und Raiffeisenbanken (BVR) in Berlin, in dessen Verbandsrat die Spitzen der genossenschaftlichen Finanzgruppe zusammenkommen.

Fusionen sind im Genossenschaftsbereich nichts Ungewöhnliches. Der RWGV selbst ist 2002 aus einer Verschmelzung des Westfälischen Genossenschaftsverbandes und des Genossenschaftsverbandes Rheinland hervorgegangen.

In Münster hat der RWGV seine Gebäude inzwischen verkauft und ist mit gut 50 Mitarbeitern nur noch Mieter. Der Teilumzug wird begleitet von großer Unruhe im Haus. Sechs Mitarbeiter streiten mit dem RWGV vor dem Arbeitsgericht.

(Wolfgang Kleideiter, WN)


 


 

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