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  • 09.07.2014, 11:15 Uhr
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  • Gronau
Entwürfe

Neues Leben auf den Flächen der Baumwollspinnerei Gronau

Johannes Nergiz hat sich viel vorgenommen. Der erfolgreiche Gronauer Kaufmann will das ehemalige Firmengelände der Baumwollspinnerei Gronau zu neuem Leben erwecken. Die Stichworte dabei heißen: Gastronomie, Hotellerie, Diskothek und Großhandel.

Beim Monatstreffen des Gronauer Heimatvereins stellte Bauingenieur Bernd Heming (Ingenieurbüro Heming & Meckmann) am Montag den rund 100 Besuchern erste Planentwürfe vor.

Die Überlegungen für die neue Nutzung seien das Ergebnis „vieler langer Abende im Büro von Johannes Nergiz“, schickte Heming vorweg. Gefunden worden sei dabei eine nach seiner Auffassung „sowohl für die Stadt als auch für den Investor optimale Lösung“. Der Kontakt zum Eper Ingenieurbüro entstand vor vielen Jahren beim Bau der Kirche der aramäischen Gemeinde in Gronau, der auch Johannes Nergiz angehört.

Die Planungen im Überblick:

  • In einem ersten Bauabschnitt, mit dem bereits begonnen wurde, werden das BSG-Verwaltungsgebäude und die daneben liegende ehemalige Obermeister-Wohnung (weißes Haus) zu einem Hotel mit 42 Betten und Restaurant umgebaut. Beide Gebäude werden durch ein neues Treppenhaus miteinander verbunden, das Verwaltungsgebäude wird in der Fassadengestaltung der Obermeisterwohnung angepasst. Ein Restaurant wird dem Gebäude-Ensemble zur Losserstraße hin vorgelagert. Mit der Fertigstellung dieses Objektes rechnet Heming Anfang 2015.
  • Die weitere Planung, für die ein Bebauungsplanverfahren erforderlich ist, sieht dann den Umbau des ehemaliges Werkes II und des dahinter liegenden Anbaus vor. Aus dem „bauphysikalisch gut erhaltenen“ Werk II soll ein weiteres Hotel (140 Zimmer) werden. Die Zimmer sind in den oberen Etagen geplant, die Flure sollen arkadenartig angelegt und von oben mit Tageslicht versorgt werden. Im Erdgeschoss ist eine Gastronomie mit verschiedenen Restaurants um einen großen Sitzbereich herum vorgesehen.
  • Im Anbau des Werkes II soll eine große Diskothek Platz finden.
  • Im Bereich des heutigen Betriebsgeländes der Nergiz Großmarkt GmbH soll ein Großhandels-Zen­trum mit diversen Großmärkten für verschiedene Warengruppen entstehen. 
  • An der Fabrikstraße soll nach Abschluss der anderen Planungen eine abschließende Bebauung (im Bereich der heutigen BSG-Mauer) entstehen. Konkrete Pläne dafür gibt es noch nicht.
  • An der Losserstraße ist die Errichtung einer Tankstelle vorgesehen.
  • Die vorhandene kleine Kapelle an der Losserstraße soll erhalten bleiben.

Nach Angaben von Bernd Heming erfolgt die städtebauliche Planung des gesamten Projektes nicht durch die Stadt, sondern durch ein Planungsbüro. Dieses Büro werde dann sinnvollerweise auch die Aufgaben übernehmen, die bisher Heming durchgeführt hat. Mit der Bauleitung – auch bereits für den Hotelbau – wurde der Ochtruper Diplom-Ingenieur Hermann Schmittmann beauftragt.

Mit Blick auf die Bausub­stanz machte Heming deutlich, dass die Fassade von Werk II möglicherweise von der Stadt unter Denkmalschutz gestellt werden soll. Auch werde gegenwärtig über einen Erhalt des BSG-Schornsteins und des Wasserturmes nachgedacht. „Der Wasserturm macht mir dabei mehr Bauchschmerzen als der Schornstein“, so Heming. Aber: „Wir bemühen uns, das zu erhalten, was wirtschaftlich möglich ist und Leib und Leben nicht gefährdet.“

Die Erschließung des Großhandels-Zentrums soll über die Fabrikstraße erfolgen

Auf Fragen aus den Reihen der Besucher – unter denen auch Vertreter des Heimatvereins Epe und des Bürgervereins Dinkelaue waren – machte Heming deutlich, dass im Zusammenhang mit den Plänen natürlich Gutachten (Verkehr, Schallschutz u.a.) erstellt werden.

Die Erschließung des Großhandels-Zentrums soll über die Fabrikstraße erfolgen. Die Parkplätze könnten tagsüber für das Großhandels-Zentrum und abends für die Diskothek genutzt werden. Denkbar und in Überlegung sei auch eine Wiederöffnung der alten Bentheimer Straße, denn: Der alte Teil des ehemaligen PMD-Geländes gehöre auch der Firma Nergiz und werde bereits heute für Unternehmenszwecke genutzt.

Heming abschließend: „Wenn das Konzept insgesamt passt, wird die Stadt etwas bekommen, was sie so bisher nicht hatte.“ Ein Zeitfenster, in dem die Pläne realisiert werden könnten, konnte Heming nicht nennen. Aber, so der Bauingenieur über den Bauherrn: „Wenn er darf, fängt er an. Aber wann er darf, bestimmen die Behörden.“

(Klaus Wiedau, WN)


 


 

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