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  • 21.01.2013, 10:30 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Erfolgreiches Projekt

„Berliner Joboffensive“ wird auf Nordrhein-Westfalen ausgeweitet

Heinrich Alt, Vorstandsmitglied der Bundesagentur für Arbeit (BA), und Guntram Schneider, Arbeitsminister von Nordrhein-Westfalen, geben dafür heute (21.01.2013) den Startschuss.

Auch bei leichter konjunktureller Abkühlung werden Fachkräfte weiter händeringend gesucht. Allein der deutsche Mittelstand rechnet in diesem Jahr mit 150.000 zusätzlichen Arbeitsplätzen. Der Beschäftigungsstand ist seit der Wiedervereinigung auf historischem Rekordhoch, die Arbeitslosigkeit auf Rekordtief. Die Möglichkeiten für Hartz IV-Empfänger auf dem Arbeitsmarkt sind so gut wie nie – wenn sie richtig genutzt und aktiviert werden. Mit der Erweiterung der erfolgreichen „Berliner Joboffensive“ auf weitere Regionen in verschiedenen Bundesländern starten die Jobcenter eine Vermittlungsoffensive, beginnend in Nordrhein-Westfalen.

„Hinter der Offensive steckt eine ganz einfache Strategie: mehr Vermittler, mehr Zeit, mehr Integrationen. Fest steht: es gibt einen unmittelbaren Zusammenhang zwischen Betreuungsrelation und Integrationserfolg. Das zeigen uns nicht erst die Ergebnisse aus Berlin“, so Heinrich Alt, Vorstand Grundsicherung der BA.

Seit Projektbeginn im Juni 2011 konnten in Berlin durch eine intensivere und engere Betreuung rund 18.000 Menschen zusätzlich in Beschäftigung integriert werden. Alt sieht unter den Arbeitsuchenden in der Grundsicherung ein großes Reservoir an potenziellen Fachkräften für die Wirtschaft. „Wir haben derzeit deutschlandweit gut eine halbe Million Menschen, von denen wir sagen, dass sie mittelfristig eine gute bis sehr gute Chance am Arbeitsmarkt haben. Wichtig ist mir, dass wir nicht vermitteln um zu vermitteln. Also keine Schnellschüsse, sondern nachhaltige und existenzsichernde Integrationen in Beschäftigung“, betont Alt.

Auch Christiane Schönefeld, Vorsitzende der Geschäftsführung der NRW-Regionaldirektion der BA, sieht positive Effekte: „Wir starten in NRW mit dreizehn der ins-gesamt 35 Jobcenter in die „Joboffensive“. Die Erwartungen sind hoch. 20.000 zusätzliche Integrationen – bei 174.000 Integrationen insgesamt in 2012 – bedeuten 20.000 Chancen für die Menschen, aber auch für den NRW-Arbeitsmarkt. Dafür werden die Jobcenter ihr Personal um 238 Vermittlerinnen und Vermittler aufstocken. Es geht dabei nicht um Integrationen um jeden Preis. Die Nachhaltigkeit steht im Fokus. Das heißt: wie lange dauert das Beschäftigungsverhältnis und wird ausreichend verdient, um den Lebensunterhalt der Familie abzudecken? Die Einsparungen bei der BA und den Kommunen werden gegengerechnet. Daran messen wir den Erfolg.“

Auch der nordrhein-westfälische Arbeitsminister, Guntram Schneider, begrüßt die Initiative: „Nordrhein-Westfalen hat im Vergleich zu anderen Bundesländern einen schwierigen Arbeitsmarkt, gerade auch für die Langzeitarbeitslosen. Deshalb begrüße ich, dass die Bundesagentur für Arbeit mit ihrer Joboffensive hier bei uns in NRW die Betreuungsrelation und Beratungsqualität verbessern will, um so mehr Menschen in Jobs zu vermitteln. Wir unterstützen diesen Ansatz ausdrücklich. Wichtig ist mir, dass Erkenntnisse aus der Joboffensive in die Beratungsarbeit der Jobcenter insgesamt fließen. Denn wir brauchen eine nachhaltige Erhöhung der Vermittlung in Arbeit. Daher bedarf es einer Evaluation dieses zeitlich und örtlich befristeten Projektes der BA. Darüber hinaus ist es von großer Bedeutung, dass auch die Unternehmen mitmachen. Mein Appell an dieser Stelle: Eine nachhaltige Beschäftigungspolitik gelingt uns nur dann, wenn die Unternehmen mehr sozialversicherungspflichtige Beschäftigungsverhältnisse schaffen und sich öffnen für diejenigen Menschen, die bislang bei der Jobvermittlung oft leer ausgegangen sind – u.a. Alleinerziehende, Migranten, Ältere und Ungelernte. Wir als Landesregierung werden diesen Prozess begleiten und die besonderen Bedürfnisse der einzelnen Kommunen im Auge behalten.“

Hintergrund „Berliner Joboffensive“

In den zwölf Jobcentern des Landes Berlin wird seit Juni 2011 die „Berliner Joboffensive“ als Projekt umgesetzt. Hierfür wurden 350 zusätzliche Vermittler für die Projektlaufzeit von zwei Jahren eingestellt. Zusammen mit 300 bisherigen Vermittlern betreuen diese in Projektteams deutlich intensiver als bislang möglich „marktnahe“ Arbeitsuchende (Betreuungsschlüssel 1:100). Ein wesentlicher Erfolgsfaktor ist die gezielte Arbeitgeberansprache. Die bisherigen Ergebnisse der „Berliner Joboffensive“ zeigen, dass die intensivere Beratung und Vermittlung zu zusätzlichen Integrationen in Beschäftigung führen. Sie zeigen auch, dass sich der finanzielle Aufwand rechnet. Nach Abzug aller Kosten für zusätzliches Personal ergibt sich durch Einsparungen beim Arbeitslosengeld II und den Leistungen für Unterkunft und Heizung ein positiver Saldo.

(Redaktion)


 


 

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