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  • 21.05.2013, 08:53 Uhr
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  • Münster & Münsterland
Erneuerbare Energien

Ausbau der Verteilnetze für Energiewende ist eine Herausforderung

Da immer mehr Bürger vom Energieverbraucher zum Energieerzeuger werden, müssen die großen Energieversorger in den Netzausbau investieren. Denn der Strom muss nicht mehr in Richtung Konsument geliefert, sondern auch von dort abgeholt werden.

Für die Energiekonzerne ist es die zentrale Herausforderung der Energiewende: beim Umbau der Verteilnetze Schritt zu halten mit dem temporeichen Ausbau der erneuerbaren Energien. Denn umgebaut werden müssen die Netze, sagt RWE-Finanzvorstand Bernd Böddeling. Seit zum Beispiel immer mehr Privatleute auf ihren Dächern Strom erzeugen und ins Netz einspeisen, müssen sich die Energieversorger verstärkt Gedanken darüber machen, wie sie den Strom von den Menschen weg anstatt zu ihnen hin transportieren. „Aus Verbrauchern sind vielerorts Stromerzeuger geworden“, fasst Böddeling zusammen.

Vom Lager an der Weseler Straße in Münster aus steuert RWE die Logistik für den Um- und Neubau der Verteilnetze. Es versorgt das Gebiet zwischen Sauerland und Ems mit Material für den Bau und die Reparatur von Strom- und Gasnetzen. Mit 42.000 Quadratmetern ist es beinahe so groß wie sechs Fußballfelder.

Um die Energie, die Privatleute über den eigenen Bedarf hinaus erzeugen, zu den Steckdosen anderer Verbraucher zu leiten, will RWE intelligente Technik zum Einsatz kommen lassen, sagt Dietmar König, Leiter des Regionalzentrums Münsterland beim Verteilnetzbetreiber Westnetz. Er berichtet von einem Feldversuch in Reken, bei dem die kostensparende Technik getestet werden soll. Die Einspeisung erneurbarer Energien ist im vergangenen Jahr abermals gestiegen, ergänzt Berthold Theißing, Leiter des Lagers.

Im Münsterland wurden Schätzungen zufolge 2.300 neue Anlagen an das Verteilnetz angeschlossen. Allein im Bereich Münster wurden im vergangenen Jahr deshalb rund 190 Kilometer neue Kabelstrecken verlegt. Die Kabel, die auf großen Kabeltrommeln lagern, werden übrigens auch benötigt, um neue Windparks an das bestehende Netz anzuschließen.

(Sandra Peter)


 


 

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